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WIR SIND UMGEZOGEN!!!

Wir haben unseren Speicherplatz aufgebraucht, deswegen findet ihr uns ab sofort auf:

http://die.regenzeit2.myblog.de/

Mal gucken wann der nächste Eintrag kommt

18.9.10 16:49, kommentieren

ML:

Soo, endlich Zeit für einen neuen Eintrag. Es sind schon wieder fast zwei Wochen vergangen, seit wir Thailand verlassen haben und es ist viel passiert. Dass der Blogeintrag so lange gedauert hat, laste ich hauptsächlich zwei Umständen an:

1.      Wir haben die letzten 2-3 Hotels kein WiFi gehabt.

2.      Ähhm, naja… – in Kambodscha ist in den meisten Restaurants das Bier viel billiger als Wasser oder Cola – und wir müssen sparen

Wir haben also am 16.7. die Grenze passiert. Die Einreiseprozedur war recht nervig. Man musste etliche Stationen anlaufen – ein Stempel hier, ein Fragebogen dort und natürlich noch 25 Dollar Visagebühren. In Poipet, auf der Kambodschanischen Seite, wurden wir dann direkt von einem kleinen Einheimischen abgefangen, der uns in einen „Free-Transport“ Bus hineingeleitete. Irgendwie war mir die ganze Sache nicht geheuer – eins lernt man hier: es gibt nichts umsonst. Ein anderer Backpacker warnte uns auch noch vor dem Angebot. Wir haben uns trotzdem darauf eingelassen.

Wir landeten nach einiger Zeit in einem gottverlassenen Transportterminal mitten im kambodschanischen Nirgendwo. Die Auswahl an Transportmöglichkeiten zur nächsten brauchbaren Stadt (Siem Reap) war sehr begrenzt. Als „günstigste“ Möglichkeit wurde uns vom Personal ein Taxi empfohlen. Es sollte 48 Dollar kosten. Das klang zunächst sehr nach einem neuen Rip-Off, aber was blieb uns anderes übrig? Wir waren über 24 Stunden unterwegs und entsprechend fertig. Zu unserem Glück hatten wir (oder eher Anja) im Zug von Bangkok zwei Deutsche kennengelernt, die sich das Taxi mit uns teilten. Außerdem haben sie auch noch für uns bezahlt, da wir keine Dollars im Gepäck hatten. Kleiner Tipp: ohne Geld irgendwo in Kambodscha rumhängen ist keine gute Idee.

AS:

 Hier unterbreche ich den Redefluss mal eben. Sollte einer der beiden, Stephan und Matthias hießen die Guten, irgendwann mal auf Umwegen auf diese Seite kommen: VIELEN DANK euch beiden nochmal. Am selben Abend haben wir uns nochmal mit ihnen getroffen und ein paar Bierchen geschlürft. Aufgrund der ewig langen Odyssee des Vortags, fielen wir aber recht bald völlig erschöpft ins Bett.

ML:

Letztendlich haben wir für 2,5 Stunden Taxifahrt umgerechnet 10 Euro bezahlt und können uns wohl nicht beschweren. Wir landeten schließlich außerhalb von Siem Reap und wurden von einem TukTuk in das Stadtzentrum gefahren (sogar fast ohne unnötige Umwege). Schnell noch ein Hostel gesucht, und ab unter die Dusche. Das Zimmer kostete 10 Dollar pro Nacht und war relativ komfortabel. Die Aussicht war allerdings nur mittelprächtig und es regnete im Bad durch die Decke – aber irgendwas ist ja immer.

 

Meine ersten Eindrücke von Kambodscha:

1.      Das Land ist bettelarm. Ich hielt bis jetzt Thailand für runtergekommen, aber Kambodscha ist wirklich viel schlimmer.

2.      Der Dollar regiert in diesem Land. Die Landeswährung (Riel) scheint eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. Für Dollars kann man hier alles bekommen. Die würden bestimmt auch ihre Kinder verkaufen (Schaut mal nach, wie Angelina Jolie an ihr Adoptivkind gekommen ist)

3.      Wir haben uns in Thailand schon über nervige TukTuk Fahrer und sonstige aufdringliche Verkäufer geärgert. Inzwischen wünsche ich mir die thailändischen Verhältnisse zurück. Der Gang durch ein Touristengebiet gleicht einem Spießroutenlauf – man kommt keine zehn Meter weit, ohne mehrfach angesprochen zu werden. Alle wollen dir helfen, wissen was man so für den Tag plant und wo man hin will. Klingt erst mal nicht so schlimm – ist es aber. Besonders vor dem Frühstück kann das nerven. Einziger Ausweg ist völliges Ignorieren der Leute. Früher habe ich mich über die ignoranten Touristen aufgeregt, die scheinbar denken sie wären was Besseres. Hier lernt man, dass es nicht anders geht. Die Krönung sind die Bettler hier. In Thailand haben sie einfach nur herumgesessen und nichts gemacht – da hat man auch gerne mal etwas Kleingeld springen lassen. Hier ist es anders: vor dem Supermarkt hat sich eine Frau postiert, die einen verfolgt sobald man als Westler in Reichweite kommt. Dazu wird man von ihr mit einer Milchflasche angestubst - wohl ein „dezenter“ Hinweis ans Gewissen. Manchmal bauen sich auch irgendwelche kleinen Knirpse vor einem auf und verlangen nach einem Dollar. Insgesamt wirklich gewöhnungsbedürftig das Alles.

AS: Meine ersten Eindrücke von Kambodscha:

1.      Bier ist billiger als Cola!! Da geht einem doch das Herz auf. Den Weintrinkern unter den Lesern sei gesagt: das hier ist kein Land für euch. Der Wein ist vergleichsweise superteuer, weswegen ich euch auch nichts über die Qualität sagen kann, ich hab ihn schlichtweg noch nicht probiert.

2.      Es ist unvorstellbar was man alles auf einem „Moto“ (Motorroller, DAS Verkehrsmittel schlechthin in scheinbar ganz Südostasien) transportieren kann. Von Thailand war ich ja schon einiges gewöhnt aber hier treiben sie es wirklich auf die Spitze: Kisten mit Ferkeln (lebendig), geschätze3 Dutzend Hühner (nicht mehr lebendig) am Lenker befestigt, bequem bis zu 4 Erwachsene oder 2 Erwachsene + 3-4 Kinder oder Hunde, 2 Erwachsene + ein Fahrrad quer zwischen ihnen, eine beliebige hohe Anzahl an Reissäcken,  8 Meter lange Metallstangen usw.

3.      Es wird überall gearbeitet. Damit meine ich nicht das die Leute hier übermäßig fleißig sind, Himmel nein, ich meine das die Leute ihrer Arbeit mitten auf der Straße oder dem Bürgersteig nachgehen. Es wird gekocht, gehandelt, am Moto geschraubt, geflext, geschweißt und was weiß ich. Vor allem das Schweißen hat es mir angetan, von Schutzkleidung hält man hier eine ganze Menge. Vor allem die Augen sollte man ja bei sowas irgendwie schützen und dazu eignet sich alles Mögliche, von der hübschen Sonnenbrille von Dolge&Gabana bis zum getönten Motoradhelmvisier.

 

ML:

Siem Reap ist ein kleiner, aber unterhaltsamer Ort. Eigentlich ist Siem Reap nur Anlaufstelle für Touristen, die sich Angkor Wat anschauen wollen, aber man auch durchaus einige kurzweilige Tage im Ort verbringen. Eine der ersten Attraktionen war eine kambodschanische Ein-Mann-Show. Der Typ zog seine Runden durch das Stadtzentrum und blieb alle paar hundert Meter stehen, um seine Künste vorzuführen. Aus dem ranzigen Blechlautsprecher kam eine Musik, die sich anhörte wie holländischer Gabber auf einem leiernden Kassettenrecorder. Ich denke das war es auch. Außerdem konnte er eigentlich nicht wirklich viel und beim jonglieren fiel ihm ständig was runter. Ich fands toll.

AS:

Außerdem wird hier eine typisch südostasiatische Massage angepriesen. Das Ganze hatten wir schon in Thailand gesehen aber hier wurde einem das regelrecht aufgezwungen. Die „Massage“ besteht daraus seine Füße in ein Bassin zu hängen und sich von kleinen Fischen die Hornhaut abknabbern zu lassen. Appetitlich ist die Angelegenheit nicht aber es sieht lustig aus.

ML:

Ansonsten gibt es hier viele Bars und billiges Bier für 50 Cent das Glas. Wir sind einen Abend in das „Angkor What?“ eingekehrt – die lokale Kult-Bar. Dort lernten wir einen Iren und einen Typen aus Manchester kennen. Der Ire war dermaßen besoffen, dass ich auch beim dritten Mal nicht verstanden habe, wo er herkam. Es hörte sich an wie „Eeirrraaand“. Ich liebe es, wenn sich Klischees selbst bestätigen. Der Manchasteraner wollte mir grade die Vorzüge des kambodschanischen Exils erklären, als ihm ein (Anmerkung von Anja: offensichtlich britisches) Mädchen auf die Füße kotzte. Seine trockene Reaktion: „I left Manchester to get away from that - and now I have to wash my feet“

Wir waren natürlich auch in Angkor Wat (nicht die Bar diesmal). Es ging gegen 5 Uhr morgens los, da wir den Sonnenaufgang sehen wollten. Und das per Fahrrad. Was soll ich sagen – es hat sich gelohnt, obwohl der Ort total mit Touristen überlaufen war. Das Areal ist riesig und an einem Tag lassen sich nur ein paar der bekanntesten Tempel abklappern. Ich stand mehrmals kurz vor einem Hitzeschlag – wohl auch, weil ich viel zu wenig getrunken habe. Die wollen ernsthaft einen Dollar für eine Dose Cola haben. Hört sich erst mal nicht viel an, aber bei dem Klima reicht das nur so für etwa 15 Minuten.

AS:

Also zu Angkor muss ich mich ja auch nochmal zu Wort melden. Immerhin war dieser Ort für mich ausschlaggebend überhaupt nach Kambodscha zu fahren und, wie viele von euch wissen, bin ich wegen Kambodscha überhaupt erst nach Südostasien gefahren. Wer 1 und 1 zusammenzählen kann, weiß wie wichtig mir das war da hin zu fahren. Da waren wir also, halb 5 Uhr morgens quälen wir uns aus dem Bett und stolpern zu den, am Vortag ausgeliehenen, Fahrrädern. Um aus dem Hotel zu kommen, müssen wir aber erst den Rezeptionisten wecken der sein Bett vor der Tür aufgebaut hat, damit auch ja keiner einbricht. Der arme Kerl tut mir wirklich leid, morgens um 5 von zwei Schlaftrunkenen aus den Träumen gerissen zu werden, genau wie der Chef des Hotels, der auf der anderen Seite der Tür schläft. Also rauf auf die Drahtesel und los. Natürlich gibt es in Siem Reap keinerlei Straßenbeleuchtung und die Räder haben weder Dynamo noch Lampe. Markus hat Gaffa und zwei Taschenlampen dabei und das Problem ist in Null Komm Nix gelöst. Ab durch die schlafende Stadt und geradewegs zu den Tempeln. Der Eintritt kostet uns für den ganzen Tag sage und schreibe 20$ und ein Foto wird auch noch gemacht und auf das Ticket gedruckt. An den Tempeln selbst erwarten uns Busladungen voller Japaner, Chinesen, Reisende aus aller Herren Länder und ein Sonnenaufgang der die morgendlichen Strapazen nichtig erscheinen lässt. Ich postiere mich auf einem Mauervorsprung, Markus sich hinter einem See zum Fotos machen. Es ist herrlich. Die Sonne geht leider viel zu schnell auf, es wird langsam warm, dann heiß. Ich stell fest, ich hab meinen Hut im Hotel vergessen und muss jetzt ständig mein Gesicht mit Sonnencreme versorgen. Nachdem wir uns den Angkor Wat genauer angesehen haben und gefrühstückt haben, geht es weiter zum nächsten Tempel. Überall sind Gesichter in den weichen Sandstein gemetzt, die in die vier Himmelsrichtungen weisen. Wenn die ganzen Touristen nicht wären, wärs fast ein wenig unheimlich. Bayon heißt der Ort und ist in der Mitte des alten Stadtzentrums. Angkor war mal eine riesige Stadt, die Hauptstadt des Kmerreichs um genau zu sein. Mit einer Population von über 1Mio Menschen. Und das zu Zeiten als London gerade mal 50.000 Einwohner hatte (laut meinem Reiseführer). Die Häuser bestanden eigentlich nur aus Holz und sind vor etlichen Jahrhunderten verfallen aber die Tempel sind noch da.

Nach diesem Tempel hatten wir es uns in den Kopf gesetzt zu einem künstlich angelegten See etwas außerhalb der Anlage zu fahren. Der wurde beim Bau der Stadt angelegt und sorgte früher für Trinkwasser. So schwingen wir uns auf unsere treuen Fahrräder und bald kreuz und quer durch die Gegend, immer in die ungefähre Richtung des Sees.

Zuerst landen wir aber erst mal mitten im Wald. Also wirklich mitten im Wald. Der Weg wird schlechter und ist irgendwann mit den Rädern nicht mehr zu meistern, wir müssen sie über Stock und Stein tragen. Als es gar nicht mehr weiter geht, kehren wir um. Wir finden tatsächlich die Straße die uns zu See führen soll, nach einer knappen Stunde stellen wir allerdings fest, dass es einfach mal zu heiß und zu weit ist da jetzt hin zu fahren. Schweren Herzens kehren wir abermals um.

ML:

Kleiner Einmischer von mir: Das Besondere an den Seen (es gibt mehrere davon) ist ihre schiere Größe. Die beiden Größten sind 2,5x8 Kilometer groß. Macht 20 Quadratkilometer pro See. Ihre genaue Funktion ist unter Wissenschaftlern noch umstritten. Entweder die Khmer haben sie angelegt um das Land zu bewässern, oder einfach weil sie es  konnten. Wie auch immer - der West Baray genannte See ist immer noch zur Hälfte gefüllt, leider haben wir ihn nicht gefunden. Wie man etwas so großes nicht finden kann, weiß ich auch nicht – wir haben es jedenfalls geschafft.

AS:

Jetzt steht noch ein Tempel auf dem Programm, Wat Phrom. Ein Tempel, der langsam vom Urwald verschlungen und von Bäumen zerquetscht wird. Fragwürdige Berühmtheit hat er dadurch erlangt, dass hier Tomb Raider mit Angelina Jolie gedreht wurde. Wer jetzt also wissen will, wie es da aussieht, kann sich entweder den Film angucken oder gleich hier die Fotos. Nachdem wir uns auch an diesem Tempel satt gesehen haben, treten wir den Heimweg an und verfahren uns natürlich mal wieder. Halb so wild, das kennen wir ja nun schon. Nach einer recht unterhaltsamen Heimfahrt durch die Rush-Hour Siem Reaps kommen wir total erschlagen im Hotel an. Knapp 10 Minuten später fängt es an wie aus Kübeln zu regnen. Nochmal Glück gehabt. Ich fand den Tag echt zauberhaft und kann jetzt ruhigen Gewissens einen weiteren Punkt auf meiner Dinge-die-ich-sehen/tun-will-bevor-es-zu-spät-ist-Liste abhaken. Was zur Hölle mach ich nur, wenn mir die Punkte auf der Liste ausgehen??? Konstruktive Vorschläge bitte per Mail an mich.

ML:

Wir haben auch noch eine Fahrradtour durch Siem Reap gemacht. Fahrradfahren in Kambodscha macht Spaß. Wenn man die Verkehrsregel (der Singular ist bewusst gewählt) verstanden hat, kann es auch schon losgehen. Die Regel ist: es gibt keine Regel – Augen zu und durch! Ich habe ein kleines Video dazu gemacht – vielleicht bekomm ich es irgendwann in Youtube hochgeladen.

 Wenn man etwas aus dem touristisch erschlossenen Gegenden rauskommt (haben wir leider bis jetzt viel zu selten gemacht), offenbart sich das wirkliche Kambodscha. Die Leute sind sehr freundlich und scheinen trotz der eher ärmlichen Verhältnisse glücklich zu sein. Westlern gegenüber sind sie recht offen und regelrecht neugierig. Tourismus gibt es hier noch gar nicht so lange, bis 1989 war das Land durch Vietnam besetzt und bis zum Ende der neunziger Jahre gab es starke interne Probleme.

Wir haben hier sogar gearbeitet. Peter Olszewski von der „Phnom Penh Post“ hatte sich netterweise zu einem Interview bereit erklärt. Kleine Anekdote – der Mann war mal Tourmanager von  Hunter S. Thompson. Das Interview war gut und sehr informativ. Leider gab es ein paar technische Probleme bei der Audioaufnahme und wir haben nur die wesentlichen Punkte des Interviews – für uns aber völlig ausreichend. Er gab uns auch gleich noch einen Kontakt in Phnom Penh, der sich als nützlich herausstellen sollte.

Am  21.7. haben wir den Bus nach Phnom Penh genommen. Die Fahrt wäre echt entspannt gewesen, wenn der Busfahrer  nicht ständig wie ein verrückter gehupt hätte. Das ist hier völlig normal, und leitet einen Überholvorgang ein - aber sechs Stunden lang das olle Gehupe machen einen wahnsinnig.

Mein erster Eindruck von Phnom Penh: Was für eine Müllkippe. Die Stadt ist unglaublich dreckig. Als wir ankamen, regnete es. Wir flüchteten vor den TukTuk-Fahrern und suchten unser Hotel. Die Straßen waren teilweise überschwemmt und von einer dreckigen, undurchsichtigen Brühe bedeckt. Ich hatte eine kleine Blessur am Zeh und musste durch die Suppe waten. Das erste Mal, dass ich froh war, gegen alles Mögliche geimpft worden zu sein.

AS:

Da muss ich Markus Recht geben, boah, war das eklig! Wir waten da durch diese knöcheltiefe Suppe und obwohl die echt nur knöcheltief ist, kann ich meine Füße nicht sehen! Mein Gott, ich hab mich nachher dermaßen vor meinen eigenen Füßen geekelt. Spätestens als ein kleiner Junge, vom komplett vollgestellten Bürgersteig aus, genau in die Pfütze pisst, durch die wir grade waten.

ML:

Der Verkehr in Phnom Penh ist Wahnsinn. Eigentlich herrscht dauernd Stau oder die Vorstufe davon. Zu Fuß gehen ist hier nicht ratsam. Die Bürgersteige sind zwar theoretisch ausreichend groß, werden aber genutzt um entweder das Repertoire seines Geschäftes darzubieten oder wahlweise sein Auto zu parken – und zwar quer! Das heißt, man läuft eh 75% der Zeit auf der Straße. Es ist unglaublich, was die Leute hier alles auf Mopeds oder TukTuks transportieren. Einige Konstellationen spotten jeder Physik. Leider bin ich fototechnisch zu langsam gewesen, um die abenteuerlichsten Helden der Straße zu erwischen. Die Helmpflicht für motorisierte Zweiradfahrer wird hier recht locker ausgelegt. Per Gesetz ist sowieso nur der Fahrer zum Tragen eines Helms verpflichtet – sehr sinnvoll ist das nicht, wenn noch 3 Kinder und zwei Hunde auf dem Moped sitzen.

...So ist es richtig...

 

...So nicht...

 

...und so auch nicht...


Es gibt in Phnom Penh fast täglich Stromausfälle. Ich habe gelesen, dass das städtische Stromnetz nicht für den aktuellen Verbrauch konzipiert ist. Ich vermute aber es hat mit folgenden Verdächtigen zu tun:

 

Die Märkte hier sind wirklich toll und es macht Spaß, der Reizüberflutung einfach mal freien Lauf zu lassen.  Es gibt auch kulinarische Spezialitäten der besonderen Art.

An die gerösteten Taranteln habe ich mich noch nicht rangetraut, aber eine Heuschrecke habe ich gekostet: schmeckt nicht berühmt, ich glaube die war etwas zu lange frittiert – aber der Hunger treibts rein…

AS:

Es gibt schon so ein par kleine Highlights in PP: Beispielsweise Sambo den Elefanten, der an einem recht hübschen Tempel arbeitet und da Touristen durch die Gegend trägt. Nach seiner Schicht schleicht er sich zum Fluss runter und stromert (wie eine Miezekatze) von Restaurant zu Restaurant und schnorrt sich ein paar Bananen. Kein Scheiß, das steht so in meinem Reiseführer und ich habs auch genau so live miterlebt. Ich durfte sogar miterleben, wie der Dickhäuter mit einem Gartenschlauch abgeduscht wurde und das scheinbar echt toll fand. Keine 50 Meter weiter hingen in einem Baum hunderte Flughunde und haben ein Spektakel veranstaltet das die Heide wackelt. Mitten in der Stadt gibt es einen recht großen See, den Boeng Kak und dieser See ist bebaut. Also Häuser, die weit über das Ufer hinausreichen und quasi auf dem See stehen. Wie im Pfahldorf am Bodensee. Zwischen den einzelnen Häusern sind ein paar wenig vertrauenserweckende Planken angebracht, die als Weg dienen. Und wenn man da durchguckt, was wirklich kein Problem ist, sieht man unter sich das Wasser schwappen. Natürlich vermischt mit einer gehörigen Menge Müll. Wir sind ja immer noch in Phnom Penh, das wird einem hin und wieder mal vor Augen geführt.

Einen Tag sind wir auch im Nationalmuseum unterwegs gewesen. Das war recht interessant, wenn auch unspektakulär. Tags darauf hab ich mich aufgemacht, um mir die Killing Fields anzuschauen. Der Ort an dem unter Pol Pot unzählige Kambodschaner hingerichtet wurden. Die 45- minütige Fahrt dahin war recht unterhaltsam. Ich war mit einem Moto unterwegs und irgendwann hörten die geteerten Straßen der Stadt auf. Vor uns fuhr ein Lastwagen der eine riesige Ladung Dreck transportierte. Wirklich Dreck, also lose Erde, ohne Plane drüber oder irgendwas. Natürlich landeten geschätzte 10 Kilo davon in meinem Gesicht. Lecker! Die Killing Fields an sich waren echt bewegend, das Ganze hatte das Flair eines KZs. Das mein ich jetzt nicht spöttisch oder so, ich fand mich da wirklich in mitten von teilweise ausgehobenen Massengräbern wieder. An jedem zweiten Baum waren Schilder angebracht mit der Beschreibung, wozu dieser spezielle Baum früher genutzt wurde. An manchen waren Lautsprecher angebracht, aus denen früher laute Musik plärrte um die Schreie der Sterbenden zu übertönen. Erschossen wurde dort kaum Jemand, die Kugeln waren zu teuer. Die meisten Opfer wurden erschlagen, kleine Kinder wurden so lange brutal gegen einen speziellen Baum geschlagen bis sie starben. Krank! Einfach krank, dieser Gedanke kam mir da des Öfteren. Der Boden, selbst die Wege, ließen einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Weil viele Massengräber noch nicht ausgehoben wurden, schwemmen nach starken Regenfällen immer wieder Kleidungsstücke und Knochen an die Oberfläche und die bleiben dann da liegen. In der Mitte des Areals wurde eine Pagode errichtet in der die Schädel von 8000 Opfern aufbewahrt werden.

Was ich auf einem ganz anderen Level recht schockierend fand, ist die Tatsache, das Kambodscha die Gedenkstätte vor ein paar Jahren an eine japanische Firma verkauft hat. Die pflegen die Anlage, veranlassen aber keine weiteren Ausgrabungen und stecken sich die Eintrittsgelder in die Tasche.


ML:

Wir haben uns irgendwie mit den Wochentagen verzettelt und einen Feiertag gabs auch noch. Das führte dazu, dass wir viel länger in der Stadt bleiben mussten, als eigentlich geplant. Letztendlich hat es sich aber gelohnt, wir haben sage und schreibe drei Interviews geführt. Die Interviewpartner waren alle für sich einzigartige und interessante Menschen.

Am 28.7. gabs noch ein Frühstücksinterview Mit Norbert Klein, dem Herausgeber des „Mirror“ - einer Internetzeitung. Das Ganze fand im „FCC“ statt, dem Foreign Correspondents' Club. Die Location ist geschichtsträchtig und der Ausblick auf die Flussgabelung vom Mekong mit dem Tonle Sap River ist auch nicht schlecht. Norbert Klein hat eine wahnsinnig interessante Lebensgeschichte, die wahrscheinlich Stoff für mehrere Bücher liefern würde. Unter anderem hat er geholfen den Khmer Sprachcode zu vereinheitlichen, was Grundvoraussetzung war, um Kambodscha in das Internetzeitalter zu befördern. Nach eigenen Angaben hat er dem Kambodschanischen Informationsminister das Internet „beigebracht“ und ihm seine erste Emailadresse eingerichtet. Seine Arbeit  am „Mirror“ umfasst unter anderem dass Übersetzten von Nachrichten und wichtigen Texten in die Landessprache. Ein in meinen Augen wichtiger, aber auch nicht ganz ungefährlicher Dienst, den er Kambodscha erweist. Weitere Infos dazu gibt es nach Auswertung unserer Interviews ab Oktober. Leider war viel zu wenig Zeit für das Gespräch, da wir unseren Bus nach Sihanoukville bekommen mussten. Endlich raus aus dieser Stadt!

AS:

Sihanoukville, genau da sind wir jetzt auch. Mal wieder eine Stadt mit Stränden und Zugang zum Meer. Unseren ersten Abend haben wir auch am Strand verbracht und Cocktails geschlürft. Irgendwann sahen wir uns umringt von kleinen Kindern, die uns alles Mögliche verkaufen wollten, hauptsächlich Armbänder. Ich hatte an diesem Abend was Rückenfreies an und irgendwann stellten die kleinen Racker fest, das ich da was aufm Rücken hab. Also mussten sie gleich ihre Geographiekenntnisse unter Beweis stellen, was darin gipfelte das ich die Hände von fünf Kindern auf meinem Rücken hatte. Mal schauen was uns hier noch alles erwartet, bevor wir weiterziehen nach Vietnam.

ML:

Zum Schluss noch was zu den hiesigen Toiletten. Die sehen so aus:

Ich suche immer noch die drei Muscheln (ein Insider)...

 

 

4 Kommentare 30.7.10 16:03, kommentieren

18.07.

AS:

Hui ist das schon wieder lange her. Ich versuch mal da anzusetzen wo wir aufgehört haben. Wir sind also nach Railey Beach gefahren. Ein schnuckeliges kleines Longboat, gefüllt mit drei trinkfreudigen Russen, zwei schüchternen Japanern und uns beiden, gesteuert von einem tüchtigem Seemann, bringt uns zu einem Traumstrand. Wirklich ein Traumstrand. Das Wasser hat eine ideale Temperatur, die Sonne scheint, die Palmen wehen im Wind und rings um den Strand sind Felsen aufgetürmt. Slartibartfast (s. Per Anhalter durch die Galaxis) hätte es nicht besser machen können. Abwechselnd  hopsen wir in die Wellen und begeben uns dann durch die hinter gelagerten Hügel (und durch diverse Affenherden) zu einem anderen Strand. Ok, hier ist die Ebbe soweit fortgeschritten das die Mangrovenwälder freigelegt sind. Baden kann man hier nicht, aber überall wuseln hunderte kleine Krebse durch die Gegend, die man beobachten kann. Als wir davon auch irgendwann genug haben, machen wir uns auf um den letzten der Strände zu erkunden. Markus ist schon wieder vollkommen mit Affenfotographie beschäftigt und ihm gelingen einige wirklich schöne Aufnahmen. Ich hingegen, will schon wieder nur noch ins Wasser. Also, Schuhe aus und ab in die Fluten. Ich schaffe es auch ungefähr 10 Meter weit raus zu schwimmen. Doch dann kommt die gemeine (mutierte-Zombie-Alien-Monster-) Qualle und fällt meinen Arm an. Böses Schwibbel Schwabbel! Ich wanke aus dem Wasser und puhle die festhängenden Tentakeln von meinem Arm, als mich ein paar Thais entdecken. Die sind ja so goldig! Sofort werde ich fachmännisch mit in Wasser zerstampften Blättern verarztet. Den Tag nach der Quallenattacke war ich wie erschlagen, ich bin den ganzen Tag nicht aus dem Bett gekommen und hab mich hundeelend gefühlt. Was Markus noch alles an dem Tag erlebt hat, berichtet er mal lieber selber, der Abend endete jedenfalls damit, das er sich mit folgenden Worten in die Hosentasche griff: „Hey, willst du mal was richtig Ekliges sehen?“

ML:

So viel hab ich gar nicht erlebt – ich bin ein wenig am Meer rumgepirscht und habe eine Holztreppe gefunden, die zu einem noch exklusiveren und von einem Wachmann beschütztem Strand führte. Ich musste mich mit Namen und Uhrzeit registrieren, um da hinzukommen. Auf meine Rückkehr wartet der gute Wachmann übrigens noch heute, da ich zurück um ein paar Klippen gekraxelt bin, anstatt mich bei ihm abzumelden.

Auf jeden Fall sollte man echt aufpassen, was man so alles vom Strand „ausborgt“. In diesem Fall eine wunderschönes Schneckengehäuse – ich konnte einfach nicht widerstehen. Der Strand um Ao Nang ist voll mit tonnenweise so Zeugs und ich nehm das eben gerne mal mit. Bloß schlecht, dass diesmal noch eine Schnecke drinsteckte (die ich nicht bemerkt hatte). Als ich meine Trophäen dann im Hotelzimmer begutachten wollte, kam aus dem Schneckenhaus ein glibbriges Etwas heraus und beschwerte sich über den unfreiwilligen Ortswechsel. Man ist ja kein Unmensch, also die 5 Minuten zurück zum Strand und das schöne Utensil ins Meer geworfen.

Railey Beach ist auf jeden Fall eine Reise wert und teilweise einfach nur atemberaubend. Ein tropisches Paradies, wie man es sich irgendwie immer vorgestellt hat. Außer besagten Killerquallen gibt’s hier eigentlich nichts zu meckern.

 

AS:

Nun gut, am 11.7. stellen wir uns einer weiteren Herausforderung die Thailand für uns aus dem Hut gezaubert hat. Koh Tao heißt unser nächstes Etappenziel und wer von euch jetzt zufällig thai spricht, weiß das „Koh“ nichts anderes bedeutet als „Insel“.

ML:

Ich funke mal kurz dazwischen: Die Fahrt von Ao Nang nach Surat Thani, von wo unsere Fähre nach Koh Tao losging, lief eigentlich perfekt. Wir wollten vorher noch ein Interview in Krabi führen, aber leider hätte das zeitlich nicht mehr ganz gepasst. Als wir bei  Krabi im Bus auf die Abfahrt warteten, kamen die üblichen Verkäufer im Grundschulalter und wollten uns noch schnell ein paar Baht aus den Rippen leiern. Unter anderem kam ein kleines Mädchen und reichte mir… eine Katze! Was um Himmels Willen soll ich auf einer dreieinhalbstündigen Busfahrt mit einer Katze anfangen? Ich werde es wohl nie erfahren. Stattdessen gabs ein kleines Fotoshooting, zum Glück haben mir die kleinen Racker meine Kamera auch wieder zurückgebracht. Mit dem Bus gings dann nach Surat Thani, wo wir 550 Baht für die Fähre bezahlen.

 

 

AS:

Zuerst einmal müssen wir aber  warten bis wir abends um 23 Uhr auslaufen können. Vor einem kleinen Laden finden wir Zuflucht und ein paar kühle Bierchen. Mal wieder philosophieren wir über Thailand und darüber das hier so ziemlich alles wahr wird, kurz nachdem man seine Wünsche ausgesprochen hat. Markus wünscht sich nichts sehnlicher als einen jonglierenden Affen auf einem Dreirad. Ich will einen kleinen blauen Elefanten. Ratet, wer seinen Wunsch an diesem Abend noch erfüllt sieht und wer nicht..

23Uhr, also nix wie rauf auf die Fähre. Fähre, denkste! Ich fühl mich wie Kunta Kinte als ihm der Magen in den Mund überlief! (s. Roots) Auf dem Deck der Nussschale sind über 60 Matratzen nebeneinander gelegt. Im Bauch des Ungetüms türmen sich Rucksäcke, Getränkekisten und Motorroller, ich wunder mich ernsthaft warum keine Ziegen oder Kühe durch die Gegend stolpern. Da liege ich also, zwischen einem offensichtlich britischen Mädel das sich breitmacht für drei und einem furchtbar lustig schnarchendem Franzosen. Markus kommt mit dem Seegang sehr viel besser zurecht und verbringt die Nacht vorne am Deck, direkt unter den Sternen. Das bringt den Vorteil, dass er den Sonnenaufgang verfolgen kann und schon jetzt sieht wie hübsch das Inselchen wirklich ist. Und dann sind wir auch endlich da. Endlich. Ich hasse Boote!

 

ML:

Also ich fands super. Ein paar lustige Pariser haben für prima Unterhaltung meinerseits gesorgt. Einer davon hatte irgend ne Wette laufen (oder verloren) und musste sich nen Freddy Mercury Schnurrbart wachsen lassen – das sah vielleicht ulkig aus. Als das Bier alle und die Zeit fortgeschritten war, verdrückte sich die ganze Meute allmählich auf das wie eine Legebatterie anmutende Schlafdeck. Irgendwie saß ich noch draußen, keine Aufpasser, eine warme Luftbrise und ein überwältigender Sternenhimmel. Was macht man da? Richtig, die AirBerlin-Schmusedecke holen und draußen pennen. Falls Ihr irgendwann mal in so eine Situation kommt – macht es! So eine tolle Nacht ist es allemal wert. Pünktlich zum Sonnenaufgang wurde ich wach und praktischerweise war Koh Tao auch schon in Sichtweite. Gerade noch genug Zeit um die Fotoausrüstung fertigzumachen. Allerdings sollte ich mir nächstes Mal irgendein Seil um die Beine binden um bei der Suche nach dem besten Standpunkt für ein Foto nicht wieder fast vom Boot zu fallen.

 

 

AS:

Nach einigem Hin und Her und dem üblichen Diskutieren mit Taxifahrern setzen wir uns auf einen alten Pick Up und düsen los, Richtung Süden. Natürlich ist die Unterkunft, die ich mir vorher im Guidebook ausgeguckt habe, maßlos überteuert. Was solls, dann schnallen wir die Rucksäcke eben wieder auf und suchen uns per pedes  eine billigere Unterkunft. Wir bringen es fertig einen hübschen Bungalow (mit Hängematte!!) für 300 Baht ausfindig zu machen. Das sind ungefähr 7,50€ pro Nacht. Unsere Behausung befindet sich auf einer kleinen Anhöhe, direkt neben einer Rasta- Bar. Der Schankwirt selbiger Bar wohnt in der Hütte direkt neben unserer und unter dem Dach haust eine Vogelfamilie mit schreifreudigem Nachwuchs. Jetzt heißt es erst einmal Schlaf nachholen und dann runter zum Strand. Der liegt an einer Bucht und ist leider sehr verbaut. Trotzdem steuern wir beide zielsicher ins Wasser nur um erschrocken festzustellen, das das Wasser Badewannentemperatur aufweist. Ich übertreibe kein Stück. Die Luft war ja schon gut heiß, ich schätze so um die 35° aber das Wasser war noch wärmer! Also lümmeln wir am Strand rum und beobachten unzählige Schmetterlinge in der Baumkrone über unseren Köpfen, wenn das Schwimmen schon ausfällt. An der rechten Seite der Bucht ragen Felsen aus dem Wasser. Das an sich dort auch dunkler, somit tiefer und dadurch kälter aussieht, also hin da. Begleitet werden wir von unserem neuen, selbst erkorenen Beschützer, einem schokobraunem Labrador. Der Hund hat einen ziemlichen Knacks weg und weicht vor allem Markus nicht von der Seite. Als wir die Felsen erklimmen, entdeckt das Viech seine bergziegenmäßigen Ambitionen und kraxelt freudig mit. Markus muss trotzdem hin und wieder dem Retter spielen und den Wuffi aus Felspalten befreien. Irgendwann wagt er (also Markus) sich auch nochmal in das tiefere, kristallklare Wasser und wird selbstverständlich wieder von Lumpi verfolgt. Der Vierbeiner schwimmt allen Ernstes knappe 30Meter weit nur um sich dann mit seinen Pfoten in einer Boje zu verfangen und abermals von Markus gerettet zu werden.

 

Selbstverständlich schaffe ich es auch an diesem Tag mir irgendwie weh zu tun. Als ich mich zu tollpatschig anstelle um über einen Baumstamm zu klettern, stolper ich über das blöde Teil und reiß mir dabei schön den Fuß auf. Am gleichen Abend mache in Bekanntschaft mit Jod und stelle fest dass ich es nicht mag!

Wie jeder fleißige Thai oder Thailandbesucher sollte man sich eigentlich niemals zu Fuß bewegen. Nicht mal auf einer 21km² großen Insel! Nein, der Thai von heute fährt Roller! Und das auch für die unsinnigsten Strecken. Demnach kann man da auch überall Roller ausleihen und das ist weder teuer, noch will irgendwer einen Führerschein sehen. Den habe ich nämlich nicht dabei! Ausgezeichnet, also leihen wir uns so ein flottes Teil mal aus und versuchen beide damit klar zu kommen. Nach einigen Startschwierigkeiten steht fest, dass ich das Fahren übernehmen werde. Ab geht’s kreuz und quer über die Insel, über befestigte Straßen, über Sandpisten und enorme Steigungen hoch. Die schaffe ich auf Anhieb leider nicht alle und so muss Markus hin und wieder absteigen und zu Fuß die Hügel erklimmen. Als mir auffällt das der Tank fast leer ist, tun wir das was jeder Rollerfahrer in Thailand tut. Wir fahren an eine Straßenecke und kaufen und eine Schnapsflasche voll Benzin. Ungelogen, an jeder Straßenecke Thailands stehen Molotowcocktails rum, die nur darauf warten angezündet zu werden. Und die stehen auch noch in der prallen Sonne.

ML:

Ja das Motorrollerfahren war lustig. Wir konnten es beide nicht, aber ich noch ein wenig schlechter als Anja. Also war die Fahrerfrage geklärt. Hier fährt eh jeder wie er will – ich möchte nicht wissen wie jung einige der Mopedfahrer waren, die hier über die Straßen knattern, Alkohol scheint auch nicht das Problem zu sein. Noch was zu unserer Hütte: die Behausungen, wie auch die Wege dorthin sind aus Beton und Bierflaschen gebaut – ja richtig, wo in Deutschland irgendwelche Steine in den Beton gepanscht werden, nimmt man hier Bierflaschen. Das Bauen muss nen Heidenspaß gemacht haben. Ansonsten ist Koh Tao eine sehr gechillte kleine Insel, auf der man mal ein paar Tage richtig ausschalten kann.

AS:

Am Mittwoch nehme ich allen Mut zusammen als wir wiedermal ein Boot besteigen. Die Fahrt dauert Gott-sei-dank nicht lange und bringt uns zu einer kleinen vorgelagerten Insel an deren Ufern man wunderbar schnorcheln kann. Wie sollte es anders sein, ich schaffe es meine Füße an diversen Steinen und Korallen weiter zu malträtieren. Nichts desto trotz, schnorcheln wir wie die Fische selbst durch zwei Buchten und sehen ganz viele Seegurken, Fische und Korallen. Des weiteren finde ich es erwähnenswert das das die erste Insel war für die ich Eintritt zahlen musste, so eine Frechheit!

Am folgenden Tag steht uns eine Mammuttour bevor (Achtung, jetzt wird’s etwas trocken). Zuerst geht’s mittags mit dem Taxi zum Pier, dann mit einem Boot drei Stunden lang zurück ans Festland. Diesmal nicht zurück nach Surat Thani, von wo aus wir nach Koh Tao gestartet sind, sondern nach Chumpon, etwas weiter im Norden. Auf dem Weg dahin lernen wir eine ganz nette Holländerin aus Deventer kennen, die uns mit allerlei Tipps für Kambodscha versorgt und mir ihre Simkarte überlässt. In Chumpon verbringen wir weitere ereignislose drei Stunden damit auf unseren Bus zu warten, der tatsächlich abends um 21:30Uhr nach Bangkok aufbricht. Bangkok.. da wären wir wieder. Morgens um kurz vor fünf(!!) werden wir von energisch „Taxi Taxi“ keifenden TukTuk- Fahrern geweckt. Wir sind wieder in Bangkok! Nix wie weg hier! Nach einer völlig überteuerten Taxifahrt landen wir am Bahnhof und lösen ein Ticket zur kambodschanischen Grenze. Die Fahrt dorthin dauert weitere sechs Stunden. (Wer mit gezählt hat, weiß, dass wir zu diesem Zeitpunkt schon knapp 24h unterwegs sind.)

ML:

Die Fahrt war in der Tat lang und anstrengend. Es wurde auch immer beschwerlicher. Die Fähre am Anfang war noch ein Traum (außer für Anja natürlich). Der Bus war schon schlimmer, aber die Zugfahrt war echt  kein Zuckerschlecken. Wir hatten uns vorgenommen mal wie die Einheimischen zu reisen. Also den Zug von Bangkok an die Kambodschanische Grenze genommen und zwar dritter Klasse.

Das Foto gibt den wirklichen „Komfort“ nicht richtig wieder. Die Sitze waren steinhart und unbequem und als Klimaanlage fungierten die auch bei voller Fahrt geöffneten Fenster. Dafür kostete ein Ticket für die über 400km lange Strecke auch nur umgerechnet 1,20 Euro - das soll die Deutsche Bahn erst mal nachmachen! Während der Fahrt wurden auch andauernd Getränke und irgendwelches undefinierbares Zeugs zum essen angeboten (gegen Geld natürlich).

Ansonsten gibt es zu bemerken, dass hier wirklich ständig versucht wird Touristen abzuzocken. Das ging schon in Bangkok los, als die schlaftrunkenden Passagiere des Busses (um 4:45 morgens) von ultrapenetranten Taxifahrern empfangen wurden. Ich könnte mir vorstellen, dass da eine gewisse Absprache zwischen dem (privaten) Busunternehmen und den wartenden Taxifahren herrscht. Unser Versuch dem Ganzen zu entkommen und einen realistischen Transportpreis zu bekommen schlug leider fehl. Stattdessen fuhr uns ein Taxifahrer, der nicht mal den Weg zum Hauptbahnhof Bangkoks kannte, durch die Gegend. Der gute Mann hielt alle paar hundert Meter an, um andere Taxifahrer nach dem Weg zu fragen – ohne Worte. Und das für den mindestens vierfachen normalen Preis. Vor der kambodschanischen Grenze ging es dann flugs weiter mit der Märchenstunde. Am Bahnhof fanden wir ein relativ günstiges TukTuk (besser es fand uns), was uns und zwei andere Deutsche die 6 km zum Grenzposten fahren wollte. Dieses wohlgemerkt mit 4 Personen und vollem Gepäck – mir ist bis heute unklar wie das alles da reingepasst hat. Es ging auch gut los und wir landeten… – nicht an der Grenze. Die Fahrerin  bog vorher ab und brachte uns zu einem Menschen der uns erzählte, wir müssten bei ihm die Visaanträge ausfüllen, sonst bekämen wir keins. Zum Glück waren die anderen Mitfahrer schon erfahren und der Verkäufer ließ von uns ab. Die gleiche Story wurde uns dann noch einmal kurz vor der Grenze aufgetischt – man kanns ja mal versuchen.

 

 

1 Kommentar 20.7.10 14:04, kommentieren

08.07.2010

08.07.2010

AS:

Es ist Donnerstag und der letzte Blogeintrag scheint mir Lichtjahre her zu sein.  Wir haben Pattaya vor gefühlten zwei Wochen hinter uns gelassen und nach einem kurzen Abstecher zurück nach Bangkok sind wir jetzt den zweiten Abend in Krabi. Aber der Reihe nach. Am Montag hatten wir unser erstes Interview auf diesem Trip. Ein ziemlich relaxter Wahl-Thailänder (lies Exildeutscher)hat uns in Pattaya Rede und Antwort gestanden. Das Pattaya Blatt bei dem er arbeitet ist sozusagen der erste Schritt unserer „Projektreise“. Direkt danach gings via Bus zurück nach Bangkok. Für diese mehr als zweistündige Fahrt haben wir je 113 Baht (etwas weniger als 3€ gezahlt. Was danach folgte war die mit Abstand längste Taxifahrt meines Lebens vom Busbahnhof in die Innenstadt. Es ging von einem Stau in den Nächsten und nach über einer Stunde fahrt durften wir knapp 250 Baht abdrücken. So, rechnet man kurz nach, kann man sich eigentlich nur noch an den Kopf fassen.

Hier noch eine letzte Impression aus Pattaya. Wir hatten uns auf dem Weg in eine "Monkey-School" verlaufen und einen flotten 3-Stunden Marsch aufs Parkett gelegt.

Nun gut, da waren wir also wieder. Schon wieder ständig von der Seite angequatscht werden, schon wieder die Suche nach einer bezahlbaren Bleibe, schon wieder ganz viele Bars mit ganz viel Bier. So schlimm find ich das da auf einmal gar nicht mehr.

Die gute Khao-San Road in Bangkok, auf der immer Chaos herrscht.

Ok, unsere Unterkunft ist echt genial. Ganz augenscheinlich haben da findige Thais ein Hotel gebaut. Noch schlauere Leute haben dann festgestellt das man mit mehr Räumen mehr Leute unterbringen kann und mehr $$$ rausholen kann. Also was solls, dann setzt man eben noch ein par Pappwände und Wellblechdächer auf das schon bestehende Dach obendrauf! Und damit das Ganze nicht so kahl aussieht, schraubt man ein paar Steckdosen an die Wände. Die Kabel dazu sieht eh keiner, die kann man auch weglassen! Ich liebe diese Mentalität!!! Wenigstens funktioniert die Klimaanlage!

ML:

Ja das Hotel war klasse. Das Dach war übrigens aus feinstem Asbest und nicht aus Wellblech. Wenn man die erste Woche Bangkok überstanden hat, kommt man hier echt gut klar. Man weiß wem man zuhören kann und wem nicht, wer einen Abzocken will und wer einem helfen (die Leute die einen ansprechen, wollen einen zu 95% Abzocken und lügen ohne rot zu werden). In besagtem Hotel habe ich beim Zähneputzen die größte Kakerlake meines Lebens getroffen. Meine Herrn!  Zum Glück schien sie nicht an mir interessiert und ging schließlich ihrer eigenen Wege.

Bilder aus Wat Pho, der grössten Tempelanlage Bangkoks

Eins habe ich auch gelernt: die Thais haben einen Klimaanlagen-Fetisch. Scheint so eine Art Statussymbol zu sein. Das Resultat – ich hab mir ne mittelschwere Erkältung geholt. Draußen läuft man klatschnassgeschwitzt durch die Gegend und jedes Mal wenn an einen Laden betritt, wird man schockgefrostet. Der Taxifahrer, der es gut mit einem meint, und den sibirischen Eiswind aus der A/C auch noch mittig aufs Gesicht der Kundschaft abfeuert, tut sein übriges dazu.

Von Bangkok gings per „VIP Bus“ nach Krabi. VIP heißt: besser gehts einfach nicht mehr. Ist auch ein wenig teurer, aber echt fein. Für umgerechnet 22 Euro (über 900 km Strecke) gabs riesige Sitze, einen Stuart, der einem alle Nase lang mit Getränken, Knabbereien und  sogar einer Schmusedecke versorgte und ein tolles Fernseh/ Dvd Videovergnügen. Zum Filmgeschmack der Thailänder möchte ich mich jetzt mal nicht äußern – die haben einen recht eigenen Humor – mir hats irgendwie gefallen, obwohl ich den Text natürlich null verstanden habe. Alles in allem –  es ist ein fantastisches Gefühl, als völlig abgebrannter Student in einem Luxusbus zu sitzen und Erdnüsschen zu knabbern…!

Krabi, besser Ao Nang ist einer der Traumstrände Thailands. Es gibt hier noch ein paar kleine Inselchen, die noch idyllischer aussehen, aber der Ausblick den ich nach 2 min Fußweg vom Hotel habe, ist auch nicht von Pappe. Ich könnts hier ne Weile aushalten – ich schätze mal nach 50 bis 60 Jahren hab ich den Ort dann aber auch über. Das Hotel ist spottenbillig. Hätten wir nicht auf eine Klimaanlage (ja, ich weiß, - aber ich lerne eben auch nicht dazu) bestanden, würde uns ein Zimmer hier 2,50 Euro pro Nacht kosten. So bezahlen wir doppelt so viel – aber was solls. Dafür sind die Essens- und Bierpreise hier fast auf europäischem Niveau. Aber irgendwas is ja immer.

Markus auf Mückenjagd

Noch was zum Thema Massagen. Anja und ich haben uns entschlossen unsere geplagten Studentenrücken von einer Massage auflockern zu lassen. Das Angebot ist groß und die Preise lachhaft. Es gibt eine „interessante“ Auswahl von Massagetechniken: Die Klassische Thai – Massage ist erst der Anfang. Füße, Rücken, Gesicht, Nacken und alle erdenklich anderen Körperteile werden hier auf Wunsch durchgeknetet.  Aber es geht noch besser – der gute Andy aus Pattaya wies mich auf eine Seifenschaummassage hin. Deren Elemente sind Seifenschaum, und großbrüstige weibliche Masseusen – den Rest überlasse ich Eurer Fantasie… Weiterhin gibt es hier eine Babyfoot-Massage (ich hoffe es ist nicht das was ich denke) und eine Fisch-Massage. Man stellt seine Füße in ein Aquarium, wo Einem kleine, ausgehungerte Fische den Fußpilz von den Stelzen knabbern. Seit ich das gesehen habe, halte ich mich hier übrigens mit Fischgerichten zurück. Aber was zum Geier ist eine Gecko-Massage??? Ich wills glaub ich auch gar nicht wissen.

AS:

Also, wo hat Markus denn jetzt auf gehört, ah ja, wir sind  in Ao Nang, einem Ort mit recht pittoreskem Strand etwa 45 Minuten Minibusfahrt von Krabi entfernt. Überall im Meer und an Land ragen riesige Kalkfelsformationen gen Himmel. Mich erinnert die ganz Angelegenheit hier tierisch an den Süden Chinas, abgefahrene Landschaft einfach. Und es regnet! Zumindest hin und wieder mal. Warum die das hier eine „Regenzeit“ nennen ist mir klar aber im Vergleich zum europäischen Normalwetter ist das hier immer noch der Knaller. Gestern erst habe ich mir einen netten Sonnenbrand auf meinem Rücken zugezogen und das trotz Sonnencreme mit SPF 30!! Das soll mir mal einer an der Ostsee nachmachen! Aber irgendwann im Laufe es jeden Tages regnet es nun mal. Manchmal für 15 Minuten, manchmal für mehrere Stunden. Mittlerweile sind wir beide aber bestens mit Regenschirmen ausgestattet und zur Not rettet man sich eben in eine Bar. Apropos Bar: Gestern Abend haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen bis 1:30Uhr durch die Gegend zu tingeln um uns dann das Spiel gegen Spanien anzuschauen. Was für ein Szenario: Zwei Deutsche (eigentlich drei, wenn man Horschti mitzählt) sitzen in Thailand in einem mexikanischen Restaurant, ich bestelle ganz stilsicher italienische Lasagne, um uns herum Leute aus aller Herren Länder. Herrlich! Soll mir nochmal Irgendwer erzählen Globalisierung wär doof!! Nun ja, halb vier machen wir uns mit geknickter Stimmung auf den Heimweg. Warum wird sich ein jeder denken können.


Heute war dann erst mal Ausschlafen angesagt. Gefolgt von diversen Überlegungen was wir jetzt noch anstellen können mit unserer verbleibenden Zeit hier. Und dann eine folgenschwere Entscheidung: Lass uns beim Inder essen gehen! Das ist ja auch keine schlechte Idee solang man nicht so einen empfindlichen Magen hat wie ich. Lecker wars ja. Aber danach hab ich für ein par Stunden nichts mit mir anfangen können. Meinem Magen gefiel sein neuer Inhalt so gar nicht, der rumorte schön vor sich hin. Mittlerweile geht’s mir besser und Biertrinken geht auch wieder.  Morgen ist dann  eine verdiente Massage für den wohlstandsverwahrlosten Studenten von Welt angesagt und dann ein Ausflug nach Railey Beach, einem der schönsten Thailands, freut euch auf Fotos!

So sah die Werbetafel des Indischen Restaurants aus. Ob es sich bei dem Gecko um einen Hinweis auf eine "Spezialzutat" handelt ist unklar.

8.7.10 21:41, kommentieren

04.07.2010

01.7. – 2.7.2010

ML:

Bangkok ist irgendwie für uns beide nicht das Wahre, daher schmieden wir Pläne möglichst bald hier rauszukommen. Vorher geht’s aber noch auf den Bayoke Tower, mit 304m das höchste Gebäude Thailands. Der Eintritt zur Aussichtsplattform kostet umgerechnet 5 Euro, dafür gibt’s aber auch noch einen „kostenlosen“ Drink in schwindelerregender Höhe.

Die Aussicht ist grandios (zumindest wenn man Betonfetischist ist. Mir wurde kürzlich erzählt, dass man Busladungsweise chinesische Architekturstudenten nach Bangkok fährt, um ihnen das „worst case Szenario“ der Stadtplanung zu zeigen.

 

AS:

Hier mische ich mich mal wieder kurz ein: Der Tower hat nämlich auch mich relativ vielseitig beeindruckt. Es gibt auf der Aussichtsplattform im 84.Stock (die dreht sich übrigens ganz nett, nix für Leute mit Höhenangst) in alle Himmelsrichtungen Schilder. Und was schreibt man auf solche Schildchen immer Spannendes drauf? Richtig die Entfernung zu allen möglichen Orten an denen man sich gerade jetzt eben nicht befindet. Eigentlich recht sinnfrei. Jetzt weiß ich aber das der besagt Tower sich 533,4km von Phon Penh (Kambodscha), 515,88km von Vientiane (Laos) und 982,23km von Hanoi (Vietnam) entfernt befindet. Und in die Städte wollen wir ja auch noch. Für alle daheim: Berlin ist nicht ausgeschildert dafür aber London mit 9534,89 Kilometern Entfernung. Na immerhin!

Ansonsten gibt es da oben noch allerhand zu entdecken, gigantische Hotelanlagen mit Pools auf dem Dach, hunderte Hochhäuser aber nur zwei Helipads. Und wenn man ganz genau hinschaut entdeckt man hin und wieder eine Tempelanlage, fein säuberlich hinter Grünzeug versteckt. Und natürlich etliche Bahnhöfe, monströse Kreisverkehre, nicht enden wollende Highways und dann fällt einem ein, das es ja auch noch eine von hier unsichtbare U-Bahn gibt. Und dann kommt eine Horde Holländer an einem vorbeigerauscht, plappert fröhlich vor sich hin und stellt dann verdutzt fest, das Vogelgezwitscher aus den Lautsprechern der Plattform kommt. Warum das so ist, kann ich mir bis heute nicht erklären. Genauso wenig fällt mir eine plausible Antwort auf die Frage ein, warum neben dem Eingang zur letzten Treppe ein großes grünliches Alien sitzt und da aus den Lautsprechern die Musik von Starwars in einer Dauerschleife läuft.

Des Weiteren gibt es in der 83. Etage eine kleine Ausstellung, eine Bar und diverse Fotomotive.

Zuerst ein Suchbild: Wo ist der CD-Player?

Und ein TukTuk zum.. nun gut, nicht zum Selber fahren aber zum „Ich- tue- für- das- Foto- mal- so- als- würde- ich- selber- fahren“

ML:

Hier noch ein paar Impressionen aus Bangkok.

 

Die Verkabelung in Bangkok ist „mutig“ – was wohl unser TüV dazu sagen würde?

 

 

Nicht nur dass dieser Hund wahrscheinlich die längste Zunge der Welt hat, auch drückt dieses Foto mein Empfinden des hiesigen Klimas perfekt aus. Ich kann nur sagen: Ihr Sadisten! – diese Tiere wurden mal gezüchtet um irgendwelche verschüttete Bergsteiger aus Gletscherspalten zu retten. Die armen Viecher haben hier in Äquatornähe einfach mal nix zu suchen.

 

 2.7.2010

ML:

Wir sind aus Bangkok geflüchtet. Das war alles irgendwie zu groß, zu hektisch und zu touristisch hier. Wie praktisch, dass wir eine deutsche Zeitung in Pattaya ausfindig gemacht haben, die wir mit unseren Fragen nerven können. Pattaya liegt am Meer. Meer ist immer gut, also hin da.

Wir haben ein Taxi zum staatlichen Busbahnhof Bangkoks genommen. Das Taxi kostete trotz Stau und recht langer Fahrzeit nur so um die €2,50 – da kann man sich echt dran gewöhnen. Die zweieinhalbstündige Busfahrt lief recht glatt – wir haben etwa 40 Minuten gebraucht, nur um aus Bangkok herauszukommen.

 

Pattaya ist zu meiner Enttäuschung eigentlich nur Bangkok mit Meeresblick – Touristen, Katzen Hunde und Verkäufer en Masse – aber immerhin Meer! Unser Hostel ist überraschend gut, für umgerechnet 6,50 Euro pro Nacht und Nase gibt’s ne Klimaanlage, Kühlschrank, TV, wenig Kakerlaken und nen Balkon mit leider verbautem Blick auf den Strand.

Ich habe in den letzten Tagen auch einiges dazugelernt. Hier meine Top3:

1.       Man muss die mühsam antrainierte Höflichkeit in Thailand leider über Bord schmeißen. Sobald man einen der stets höflichen Verkäufer nicht ignoriert, wird man ihn so schnell nicht wieder los.

2.       Kakerlaken machen einen Salto, wenn man sie von der Seite anstubst. Dies führt in Folge zu Irritationen seitens der Kakerlake und des Stubsers.

3.       Die Sonne hier ist monströs. Ich war heute vielleicht 2-3 Stunden draußen, es war ziemlich bewölkt  und als Resultat dessen bin ich 1a  „überbelichtet“ - wie der Fotograf wohl sagen würde. Hoffentlich geht das bald wieder weg.


AS:

Wir sind in Pattaya. Was soll man dazu sagen? Vorhin lief in einer Nachrichtensendung eines französischen Senders mit englischen Nachrichten ein Bericht über diese Stadt. Hauptsächlich über die Prostitution und wie viel Geld damit verdient wird. Aha, da weiß man ja gleich woran man hier ist. Aber wie Markus schon meinte, immerhin mit Strand! Der ist auch ganz nett, eignet sich durchaus zum spätabendlichen Bierchen trinken und vormittäglichem Planschen und Sonnenbaden. Auch wenn wir beide jetzt ein wenig rötlicher sind als vorher. Hat ja auch was von Rotlichtbezirk. Was auch ganz praktisch ist, unser Hostel verfügt über Wlan und sogar ziemlich Gutes.

 

 ML:

4.7.

Noch kurz was zum Thema Kausalitätsketten, Zufälle und so weiter. Alles fing gestern Mittag an, als ich mich todesmutig in die Äquatoriale (allerdings von Wolken bedeckte) Sonne packte. Es war Mittag und warum sollte man als Weißwurstmichel auch Sonnencreme benutzen. Das Resultat wird mich wohl noch eine Weile beschäftigen. Jedenfalls suchten wir abends eine Bar, um uns das WM-Spiel Deutschland vs. Argentinien anzuschauen. Die ersten TV-Bestückten Bars lehnte ich kategorisch ab, da zu hell beleuchtet. Immerhin sah ich aus wie eine überreife Tomate und wollte meine Schmach lieber im Dunkeln verstecken. (Ich hatte kurzzeitig überlegt mir einen britischen Akzent zuzulegen um das Klischee zu bedienen)

Alsbald ließen wir uns in einer recht dunklen Bar mit Beamer nieder. Es stellte sich heraus, dass es ein deutsches Gehöft war. Die lustigen Kommentare zum Spiel (u.a. auf Bayrisch) waren die Sache alleine schon Wert. Zum Spiel braucht man wohl nicht viel zu sagen – et lief…

Am Ende gab ich meinen inneren Widerstand auf und gesellte mich mit Anja zu den restlichen Deutschen. Einer davon gab uns auch prompt ein Bier aus. Es stellte sich heraus, dass er der Besitzer der Bar war. Ein recht netter Mensch auf jeden Fall. Irgendwann vor vier Jahren aus Deutschland abgehauen, eine Thailänderin geheiratet und eine Bar in Pattaya aufgemacht. Klingt irgendwie vernünftig für mich. Wir erzählten eine ganze Weile und er schmiss uns ein paar deutsche Gratiszeitungen auf den Tisch. Lange Rede, kurzer Sinn – beim unmotiviertem Durchblättern einer der Zeitungen kam mir ein Name untern einem der Artikel seltsam bekannt vor. Es stellte sich heraus, dass eine Kommilitonin von uns ihn geschrieben hat. Eine Anfrage in StudiVZ ergab, dass sie natürlich gerade in Pattaya ist und wohl für das Blatt arbeitet – was auch sonst? Oh Mann, dass fand ich schon irgendwie abgedreht.

 

AS:

Einen ganz wichtigen Aspekt hab ich bisher noch ganz und gar nicht erwähnt. Markus und ich sind nicht allein unterwegs, eine kleine gelbe Quietscheente namens Horschti begleitet uns. Dieser kleine Wasservogel bereist die Welt und nachdem ich mir von einem Erziehungsberechtigten die zeitweise Aufsichtspflicht hab erteilen lassen, kommt er so nun auch nach Südostasien. Hier ein Beweisfoto:

6 Kommentare 4.7.10 07:11, kommentieren

01.07.2010

Tatatataaaa, es ist soweit, ein erster Blogeintrag:

Wie ihr sicherlich schon erraten oder gelesen habt sind wir gut in Bangkok angekommen, es geht uns gut und wir haben schon allerlei erlebt. Außerdem haben wir festgestellt dass wir völlig unterschiedlich schreiben. Deshalb führen wir hiermit feierlich unsere Kürzel „ML“ und „AS“ ein.

AS: Nach knapp zehn Stunden Flug (in herrlich engen Sitzreihen, kein Fensterplatz, keinerlei Beinfreiheit, Essen das sich geradeso noch im “geht so“ Bereich einordnen lässt) kommen Anja und Markus in Bangkok an. Es ist heiß, sehr heiß und die Luftfeuchtigkeit ist so ziemlich genau so, wie man sie sich in den Tropen vorstellt, jenseits von Gut und Böse.  Um genau 6:18Uhr mitteleuropäischer Zeit, also in der Herrgottes frühe besteigen wir den ersten thailändischen Bus, der uns in die Innenstadt bringen soll. Es läuft schrille Popmusik, die Sitze sind Ranzig genug um damit etliche Toastbrote zu beschmieren, wenigstens gibt es einen Flachbildschirm. Wozu dieser da hängt wird nicht verraten, er ist abgeschaltet. Der Blick aus dem Fenster verrät „Ihr seit definitiv nicht mehr in Mitteldeutschland“! Quietschpinke Taxis sausen durch die Gegend, eine StvO scheint es nicht zu geben aber etliche Auto schmückt der schöne Spruch „Long live the king“.

Markus fällt gerade auf das er lieber in Sibirien wäre. Schon innerhalb des Flughafens war ihm recht warm und der war noch klimatisiert. Mir fällt währenddessen auf das ich den Pin meiner einzigen Geldquelle, meiner heiß geliebten Visa vergessen hab. Das Scenario kenn ich schon, vor über zwei Jahren hatte ich das gleiche  Problem nach meiner Ankunft in Moskau. Schließlich komm ich auch zu meiner ersten Erkenntnis dieses Trips: Ich war noch NIE so schlecht vorbereitet! Aber genau das hab ich zu Beginn einer jeden Reise bisher gesagt also kann es ja gar nicht so schlimm werden.

ML:

Da sind wir zwei  also nun. Völlig übernächtigt, vom Klima völlig geplättet (jedenfalls ich) und ohne großartige Planung (der detailliert ausgearbeitete Plan endete mit der Landung des Flugzeugs). So stehen wir vor dem Flughafen Bangkok. Also als Erstes den Reiseführer herausgeholt und eine Bleibe in Bangkok gesucht. Villa Guesthouse – hört sich doch nett an. Also ab in den Bus und rein in die Stadt. Schon nach wenigen Minuten erreichen wir die Stadtgrenze.  Ein wahrer Moloch. Man hat scheinbar ohne Plan einfach unglaubliche Mengen Beton in den Boden gegossen.  Nach 10 Minuten auf der Schnellstraße dachte ich „ok - schon recht groß, langsam sollten wir zum Stadtzentrum kommen“. Die Fahrt sollte noch weitere 30 Minuten dauern…  Echt krank – wie ich später erfuhr, leben in der Metropolregion 12 Millionen Menschen.

Der Bus speit uns schließlich in der Khao San Road aus. Eine der belebtesten Party-,Essens-,Shopping- und wasauchimmer Straßen Bangkoks. Eigentlich ja toll. Doch wir sind bepackt wie Maulesel, verwirrt und übernächtigt. Die Reizüberflutung ist maßlos. Gerüche, Geräusche, Schilder, Lichter, Menschen wirbeln wild durcheinander. Eines lernen wir schnell: Bloß nicht stehenbleiben!

Wer aussieht wie ein Tourie und länger als 5 Sekunden rumsteht wird sofort von geschäftstüchtigen TukTuk Fahrern umzingelt, die einen woauchimmer hinfahren wollen. Hört sich halb so wild an? Nach dem 15. Versuch innerhalb von 100 Metern hat man wirklich die Nase voll davon. Kartenlesen und Orientieren wir so zur Tortur. Wir flüchten erst mal irgendwohin. Ein paar nette Einheimische und Touristen stupsen uns in die ungefähre Richtung. Endlich wir haben unser „Guesthouse“ gefunden. Eine kleine zierliche Thaifrau zeigt uns die Zimmer. Wir sind einfach nur fertig und nehmen das erste was uns halbwegs gefällt.

 

Das Zimmer hat Außmaße, Farbe und Temperatur einer schwedischen Sauna. Egal ich mags irgendwie. Man ist auch nie allein. Zumindest hat eine erste Untersuchung ein paar Untermieter zum Vorschein gebracht (siehe Foto). Man beachte, dass ich Schuhgröße 45 habe. Der restlichen Familie unserer Mitbewohner möchte ich jedenfalls nicht im Dunkeln begegnen.

 

Es gibt sogar eine Art Klimaanlage. Ein gefühlt 100 Jahre alter Ventilator. Leider schwenkt er immer von rechts nach links. Solange man sich im Luftstrom befindet ist es für europäische Verhältnisse immer noch warm, wehe wenn er sich abwendet… Anja - übertreibe ich jetzt??


AS:

Keineswegs! Den Vergleich mit der Sauna finde ich wirklich passend. Aber wir hocken ja keineswegs den ganzen Tag in unserer Kemenate. Also rein in die Bude, Rucksäcke parken, zwei Hände voll Wasser ins Gesicht werfen und auf ins Getümmel. Sofern man das in unseren Jetlag geplagten Zustand so beschreiben will. Zuerst bringt uns unsere Odyssee zu einer Bank die tatsächlich meine MAESTRO Bankkarte (meine Geheimwaffe/ mein Notnagel/ in diesem Fall: meine Lebensversicherung) akzeptiert. Frisch mit Cash ausgerüstet begeben wir uns also auf die Futtersuche und landen in einem kleinen Restaurant. Ich genehmige mir ganz abenteuerlustig eine Nudelsuppe! Markus ist da schon offensiver, er wagt sich ans Curry. Und weil er es nicht lassen kann, kippt er auch noch die Chilischoten dazu vor denen uns die Kellnerin fünf Minuten früher gewarnt hatte. Dazu gibt es wunderbar kaltes Bier aus gekühlten Gläsern. Das muss man den Thais lassen, sie wissen wie man Bier kalt hält! Und brauen können sie anscheinend auch, es schmeckt zumindest recht „bier-ig“.  Es folgt ein Nachmittag des Auskundschaftens im Halbschlaf. Soll heißen wir eiern total fertig durch die Stadt und versuchen uns zu orientieren. Das gelingt uns auch überraschend gut. Ich bringe es sogar fertig eine thailändische Simkarte zu erwerben, wer mich/ uns  also kontaktieren will, muss nur per Mail die Nummer erfragen. Nun erleben wir an diesem ersten Tag nicht mehr viel Spannendes außer einer ersten Nacht in Asien auf einer steinharten Matratze ohne viel Schlaf und mit dem mulmigen Gefühl das unter dem Bett weitere „Mitbewohner“ lauern.

Am nächsten Morgen fällt uns das Aufstehen sichtlich schwer. Ich schließe da jetzteinfach mal von mir auf Markus. Wir kommen beide eine ganze Weile lang nicht aus dem Bett und kaum haben wir das zustande gebracht begehen wir den ersten Fehler: Kaffee. Genauer gesagt heißer Kaffee und in meinem Fall Tee. Beides hat die gleiche schweißtreibende Wirkung. Da stehen wir nun in der Küche, trinken Kaffee und Tee und schwitzen und schauen possierlichen Geckos dabei zu wie sie die Küchenwände entlang trappeln.


Wir müssen dabei unglaublich gut ausgesehen haben. Immerhin spricht uns ein älterer Amerikaner an und wir unterhalten uns eine ganze Weile mit ihm. Er war schon etliche Male in Bangkok und empfiehlt uns hier und dort hin zu gehen und uns Dieses und Welches anzusehen.  Das nehmen wir uns auch vor und stolpern voller Erwartungen aus dem Guesthouse hinaus in die Stadt. Ich lasse jetzt mal den unsagbar spannenden Teil aus in dem wir unsere Emails checken und weitere Pläne schmieden und gehe direkt zum nächsten Highlight über.

Nach einem wunderbar nahrhaften Frühlingsrollen-Snack besteigen wir unser erstes TukTuk. Ein (angeblicher) Polizist hat uns erzählt dass heute „government- day“ ist und deshalb so ziemlich alles irgendwie günstiger ist. Auch das TukTuk fahren. Nun gut, das sollte man eigentlich mindestens einmal mitgemacht haben, der kleine Adrenalinschub an jeder  Kreuzung und die waghalsigen Überholmanöver aller Verkehrsteilnehmer sind die Sache wert. Thailand hat erst vor einigen Jahren eine Helmpflicht für Motorradfahrer erlassen. Kurioserweise scheint die wirklich nur für die Fahrer zu gelten, selbst wenn Papi hinten noch Mami und drei Kinder auf dem Sozi hat, ist er der Einzige der einen Helm trägt. Aber das lässt sich alles mit dem Glauben der Thais erklären, wenn es das Schicksal vorsieht das man mit zwanzig bei einem Autounfall umkommt, dann ist das eben so. Da hilft kein Airbag oder Helm. So zumindest laut der Erläuterung des Amerikaners beim Kaffee.


Wir sitzen also in/ auf dem TukTuk und fahren damit zu verschiedenen Buddhastatuen. Zuerst der Standing Buddha, eine 45m hohe, vergoldete Konstruktion umgeben von kleinen Tempeln und Gebetsstätten. Danach geht’s weiter zum Lucky Buddha. Ein kleiner schnörkelloser Tempel in dem eine abermals vergoldete Buddhastatue sitzt und angebetet werden will. Direkt neben der Anlage befindet sich eine Schule und ein recht forscher Englischlehrer gesellt sich zu uns und erklärt uns wie korrekt angebetet wird. Seine Standartphrase „understand“ hängt er ans Ende jedes Satzes, ich fühl mich wie in der fünften Klasse.



Nach einem recht langen Gespräch mit unserem Lehrmeister besteigen wir wieder unser TukTuk und fahren zu einem… Schneider. Ja, zu einem Schneider. Die TukTukfahrer bekommen eine Provision wenn sie zahlende Touristen zu den einzelnen Shops karren ob diese das wollen oder nicht. Absteigen kann man ja wegen der rabiaten Fahrweise nicht. So gelangen wir an diesem Tag auch noch zu einem Juwelier und einer weiteren Schneiderei bevor wir endlich nach einem letzten Tempel, der wegen Malerarbeiten geschlossen ist, zu unserer Unterkunft gebracht werden.

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