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08.07.2010

08.07.2010

AS:

Es ist Donnerstag und der letzte Blogeintrag scheint mir Lichtjahre her zu sein.  Wir haben Pattaya vor gefühlten zwei Wochen hinter uns gelassen und nach einem kurzen Abstecher zurück nach Bangkok sind wir jetzt den zweiten Abend in Krabi. Aber der Reihe nach. Am Montag hatten wir unser erstes Interview auf diesem Trip. Ein ziemlich relaxter Wahl-Thailänder (lies Exildeutscher)hat uns in Pattaya Rede und Antwort gestanden. Das Pattaya Blatt bei dem er arbeitet ist sozusagen der erste Schritt unserer „Projektreise“. Direkt danach gings via Bus zurück nach Bangkok. Für diese mehr als zweistündige Fahrt haben wir je 113 Baht (etwas weniger als 3€ gezahlt. Was danach folgte war die mit Abstand längste Taxifahrt meines Lebens vom Busbahnhof in die Innenstadt. Es ging von einem Stau in den Nächsten und nach über einer Stunde fahrt durften wir knapp 250 Baht abdrücken. So, rechnet man kurz nach, kann man sich eigentlich nur noch an den Kopf fassen.

Hier noch eine letzte Impression aus Pattaya. Wir hatten uns auf dem Weg in eine "Monkey-School" verlaufen und einen flotten 3-Stunden Marsch aufs Parkett gelegt.

Nun gut, da waren wir also wieder. Schon wieder ständig von der Seite angequatscht werden, schon wieder die Suche nach einer bezahlbaren Bleibe, schon wieder ganz viele Bars mit ganz viel Bier. So schlimm find ich das da auf einmal gar nicht mehr.

Die gute Khao-San Road in Bangkok, auf der immer Chaos herrscht.

Ok, unsere Unterkunft ist echt genial. Ganz augenscheinlich haben da findige Thais ein Hotel gebaut. Noch schlauere Leute haben dann festgestellt das man mit mehr Räumen mehr Leute unterbringen kann und mehr $$$ rausholen kann. Also was solls, dann setzt man eben noch ein par Pappwände und Wellblechdächer auf das schon bestehende Dach obendrauf! Und damit das Ganze nicht so kahl aussieht, schraubt man ein paar Steckdosen an die Wände. Die Kabel dazu sieht eh keiner, die kann man auch weglassen! Ich liebe diese Mentalität!!! Wenigstens funktioniert die Klimaanlage!

ML:

Ja das Hotel war klasse. Das Dach war übrigens aus feinstem Asbest und nicht aus Wellblech. Wenn man die erste Woche Bangkok überstanden hat, kommt man hier echt gut klar. Man weiß wem man zuhören kann und wem nicht, wer einen Abzocken will und wer einem helfen (die Leute die einen ansprechen, wollen einen zu 95% Abzocken und lügen ohne rot zu werden). In besagtem Hotel habe ich beim Zähneputzen die größte Kakerlake meines Lebens getroffen. Meine Herrn!  Zum Glück schien sie nicht an mir interessiert und ging schließlich ihrer eigenen Wege.

Bilder aus Wat Pho, der grössten Tempelanlage Bangkoks

Eins habe ich auch gelernt: die Thais haben einen Klimaanlagen-Fetisch. Scheint so eine Art Statussymbol zu sein. Das Resultat – ich hab mir ne mittelschwere Erkältung geholt. Draußen läuft man klatschnassgeschwitzt durch die Gegend und jedes Mal wenn an einen Laden betritt, wird man schockgefrostet. Der Taxifahrer, der es gut mit einem meint, und den sibirischen Eiswind aus der A/C auch noch mittig aufs Gesicht der Kundschaft abfeuert, tut sein übriges dazu.

Von Bangkok gings per „VIP Bus“ nach Krabi. VIP heißt: besser gehts einfach nicht mehr. Ist auch ein wenig teurer, aber echt fein. Für umgerechnet 22 Euro (über 900 km Strecke) gabs riesige Sitze, einen Stuart, der einem alle Nase lang mit Getränken, Knabbereien und  sogar einer Schmusedecke versorgte und ein tolles Fernseh/ Dvd Videovergnügen. Zum Filmgeschmack der Thailänder möchte ich mich jetzt mal nicht äußern – die haben einen recht eigenen Humor – mir hats irgendwie gefallen, obwohl ich den Text natürlich null verstanden habe. Alles in allem –  es ist ein fantastisches Gefühl, als völlig abgebrannter Student in einem Luxusbus zu sitzen und Erdnüsschen zu knabbern…!

Krabi, besser Ao Nang ist einer der Traumstrände Thailands. Es gibt hier noch ein paar kleine Inselchen, die noch idyllischer aussehen, aber der Ausblick den ich nach 2 min Fußweg vom Hotel habe, ist auch nicht von Pappe. Ich könnts hier ne Weile aushalten – ich schätze mal nach 50 bis 60 Jahren hab ich den Ort dann aber auch über. Das Hotel ist spottenbillig. Hätten wir nicht auf eine Klimaanlage (ja, ich weiß, - aber ich lerne eben auch nicht dazu) bestanden, würde uns ein Zimmer hier 2,50 Euro pro Nacht kosten. So bezahlen wir doppelt so viel – aber was solls. Dafür sind die Essens- und Bierpreise hier fast auf europäischem Niveau. Aber irgendwas is ja immer.

Markus auf Mückenjagd

Noch was zum Thema Massagen. Anja und ich haben uns entschlossen unsere geplagten Studentenrücken von einer Massage auflockern zu lassen. Das Angebot ist groß und die Preise lachhaft. Es gibt eine „interessante“ Auswahl von Massagetechniken: Die Klassische Thai – Massage ist erst der Anfang. Füße, Rücken, Gesicht, Nacken und alle erdenklich anderen Körperteile werden hier auf Wunsch durchgeknetet.  Aber es geht noch besser – der gute Andy aus Pattaya wies mich auf eine Seifenschaummassage hin. Deren Elemente sind Seifenschaum, und großbrüstige weibliche Masseusen – den Rest überlasse ich Eurer Fantasie… Weiterhin gibt es hier eine Babyfoot-Massage (ich hoffe es ist nicht das was ich denke) und eine Fisch-Massage. Man stellt seine Füße in ein Aquarium, wo Einem kleine, ausgehungerte Fische den Fußpilz von den Stelzen knabbern. Seit ich das gesehen habe, halte ich mich hier übrigens mit Fischgerichten zurück. Aber was zum Geier ist eine Gecko-Massage??? Ich wills glaub ich auch gar nicht wissen.

AS:

Also, wo hat Markus denn jetzt auf gehört, ah ja, wir sind  in Ao Nang, einem Ort mit recht pittoreskem Strand etwa 45 Minuten Minibusfahrt von Krabi entfernt. Überall im Meer und an Land ragen riesige Kalkfelsformationen gen Himmel. Mich erinnert die ganz Angelegenheit hier tierisch an den Süden Chinas, abgefahrene Landschaft einfach. Und es regnet! Zumindest hin und wieder mal. Warum die das hier eine „Regenzeit“ nennen ist mir klar aber im Vergleich zum europäischen Normalwetter ist das hier immer noch der Knaller. Gestern erst habe ich mir einen netten Sonnenbrand auf meinem Rücken zugezogen und das trotz Sonnencreme mit SPF 30!! Das soll mir mal einer an der Ostsee nachmachen! Aber irgendwann im Laufe es jeden Tages regnet es nun mal. Manchmal für 15 Minuten, manchmal für mehrere Stunden. Mittlerweile sind wir beide aber bestens mit Regenschirmen ausgestattet und zur Not rettet man sich eben in eine Bar. Apropos Bar: Gestern Abend haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen bis 1:30Uhr durch die Gegend zu tingeln um uns dann das Spiel gegen Spanien anzuschauen. Was für ein Szenario: Zwei Deutsche (eigentlich drei, wenn man Horschti mitzählt) sitzen in Thailand in einem mexikanischen Restaurant, ich bestelle ganz stilsicher italienische Lasagne, um uns herum Leute aus aller Herren Länder. Herrlich! Soll mir nochmal Irgendwer erzählen Globalisierung wär doof!! Nun ja, halb vier machen wir uns mit geknickter Stimmung auf den Heimweg. Warum wird sich ein jeder denken können.


Heute war dann erst mal Ausschlafen angesagt. Gefolgt von diversen Überlegungen was wir jetzt noch anstellen können mit unserer verbleibenden Zeit hier. Und dann eine folgenschwere Entscheidung: Lass uns beim Inder essen gehen! Das ist ja auch keine schlechte Idee solang man nicht so einen empfindlichen Magen hat wie ich. Lecker wars ja. Aber danach hab ich für ein par Stunden nichts mit mir anfangen können. Meinem Magen gefiel sein neuer Inhalt so gar nicht, der rumorte schön vor sich hin. Mittlerweile geht’s mir besser und Biertrinken geht auch wieder.  Morgen ist dann  eine verdiente Massage für den wohlstandsverwahrlosten Studenten von Welt angesagt und dann ein Ausflug nach Railey Beach, einem der schönsten Thailands, freut euch auf Fotos!

So sah die Werbetafel des Indischen Restaurants aus. Ob es sich bei dem Gecko um einen Hinweis auf eine "Spezialzutat" handelt ist unklar.

8.7.10 21:41

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