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18.07.

AS:

Hui ist das schon wieder lange her. Ich versuch mal da anzusetzen wo wir aufgehört haben. Wir sind also nach Railey Beach gefahren. Ein schnuckeliges kleines Longboat, gefüllt mit drei trinkfreudigen Russen, zwei schüchternen Japanern und uns beiden, gesteuert von einem tüchtigem Seemann, bringt uns zu einem Traumstrand. Wirklich ein Traumstrand. Das Wasser hat eine ideale Temperatur, die Sonne scheint, die Palmen wehen im Wind und rings um den Strand sind Felsen aufgetürmt. Slartibartfast (s. Per Anhalter durch die Galaxis) hätte es nicht besser machen können. Abwechselnd  hopsen wir in die Wellen und begeben uns dann durch die hinter gelagerten Hügel (und durch diverse Affenherden) zu einem anderen Strand. Ok, hier ist die Ebbe soweit fortgeschritten das die Mangrovenwälder freigelegt sind. Baden kann man hier nicht, aber überall wuseln hunderte kleine Krebse durch die Gegend, die man beobachten kann. Als wir davon auch irgendwann genug haben, machen wir uns auf um den letzten der Strände zu erkunden. Markus ist schon wieder vollkommen mit Affenfotographie beschäftigt und ihm gelingen einige wirklich schöne Aufnahmen. Ich hingegen, will schon wieder nur noch ins Wasser. Also, Schuhe aus und ab in die Fluten. Ich schaffe es auch ungefähr 10 Meter weit raus zu schwimmen. Doch dann kommt die gemeine (mutierte-Zombie-Alien-Monster-) Qualle und fällt meinen Arm an. Böses Schwibbel Schwabbel! Ich wanke aus dem Wasser und puhle die festhängenden Tentakeln von meinem Arm, als mich ein paar Thais entdecken. Die sind ja so goldig! Sofort werde ich fachmännisch mit in Wasser zerstampften Blättern verarztet. Den Tag nach der Quallenattacke war ich wie erschlagen, ich bin den ganzen Tag nicht aus dem Bett gekommen und hab mich hundeelend gefühlt. Was Markus noch alles an dem Tag erlebt hat, berichtet er mal lieber selber, der Abend endete jedenfalls damit, das er sich mit folgenden Worten in die Hosentasche griff: „Hey, willst du mal was richtig Ekliges sehen?“

ML:

So viel hab ich gar nicht erlebt – ich bin ein wenig am Meer rumgepirscht und habe eine Holztreppe gefunden, die zu einem noch exklusiveren und von einem Wachmann beschütztem Strand führte. Ich musste mich mit Namen und Uhrzeit registrieren, um da hinzukommen. Auf meine Rückkehr wartet der gute Wachmann übrigens noch heute, da ich zurück um ein paar Klippen gekraxelt bin, anstatt mich bei ihm abzumelden.

Auf jeden Fall sollte man echt aufpassen, was man so alles vom Strand „ausborgt“. In diesem Fall eine wunderschönes Schneckengehäuse – ich konnte einfach nicht widerstehen. Der Strand um Ao Nang ist voll mit tonnenweise so Zeugs und ich nehm das eben gerne mal mit. Bloß schlecht, dass diesmal noch eine Schnecke drinsteckte (die ich nicht bemerkt hatte). Als ich meine Trophäen dann im Hotelzimmer begutachten wollte, kam aus dem Schneckenhaus ein glibbriges Etwas heraus und beschwerte sich über den unfreiwilligen Ortswechsel. Man ist ja kein Unmensch, also die 5 Minuten zurück zum Strand und das schöne Utensil ins Meer geworfen.

Railey Beach ist auf jeden Fall eine Reise wert und teilweise einfach nur atemberaubend. Ein tropisches Paradies, wie man es sich irgendwie immer vorgestellt hat. Außer besagten Killerquallen gibt’s hier eigentlich nichts zu meckern.

 

AS:

Nun gut, am 11.7. stellen wir uns einer weiteren Herausforderung die Thailand für uns aus dem Hut gezaubert hat. Koh Tao heißt unser nächstes Etappenziel und wer von euch jetzt zufällig thai spricht, weiß das „Koh“ nichts anderes bedeutet als „Insel“.

ML:

Ich funke mal kurz dazwischen: Die Fahrt von Ao Nang nach Surat Thani, von wo unsere Fähre nach Koh Tao losging, lief eigentlich perfekt. Wir wollten vorher noch ein Interview in Krabi führen, aber leider hätte das zeitlich nicht mehr ganz gepasst. Als wir bei  Krabi im Bus auf die Abfahrt warteten, kamen die üblichen Verkäufer im Grundschulalter und wollten uns noch schnell ein paar Baht aus den Rippen leiern. Unter anderem kam ein kleines Mädchen und reichte mir… eine Katze! Was um Himmels Willen soll ich auf einer dreieinhalbstündigen Busfahrt mit einer Katze anfangen? Ich werde es wohl nie erfahren. Stattdessen gabs ein kleines Fotoshooting, zum Glück haben mir die kleinen Racker meine Kamera auch wieder zurückgebracht. Mit dem Bus gings dann nach Surat Thani, wo wir 550 Baht für die Fähre bezahlen.

 

 

AS:

Zuerst einmal müssen wir aber  warten bis wir abends um 23 Uhr auslaufen können. Vor einem kleinen Laden finden wir Zuflucht und ein paar kühle Bierchen. Mal wieder philosophieren wir über Thailand und darüber das hier so ziemlich alles wahr wird, kurz nachdem man seine Wünsche ausgesprochen hat. Markus wünscht sich nichts sehnlicher als einen jonglierenden Affen auf einem Dreirad. Ich will einen kleinen blauen Elefanten. Ratet, wer seinen Wunsch an diesem Abend noch erfüllt sieht und wer nicht..

23Uhr, also nix wie rauf auf die Fähre. Fähre, denkste! Ich fühl mich wie Kunta Kinte als ihm der Magen in den Mund überlief! (s. Roots) Auf dem Deck der Nussschale sind über 60 Matratzen nebeneinander gelegt. Im Bauch des Ungetüms türmen sich Rucksäcke, Getränkekisten und Motorroller, ich wunder mich ernsthaft warum keine Ziegen oder Kühe durch die Gegend stolpern. Da liege ich also, zwischen einem offensichtlich britischen Mädel das sich breitmacht für drei und einem furchtbar lustig schnarchendem Franzosen. Markus kommt mit dem Seegang sehr viel besser zurecht und verbringt die Nacht vorne am Deck, direkt unter den Sternen. Das bringt den Vorteil, dass er den Sonnenaufgang verfolgen kann und schon jetzt sieht wie hübsch das Inselchen wirklich ist. Und dann sind wir auch endlich da. Endlich. Ich hasse Boote!

 

ML:

Also ich fands super. Ein paar lustige Pariser haben für prima Unterhaltung meinerseits gesorgt. Einer davon hatte irgend ne Wette laufen (oder verloren) und musste sich nen Freddy Mercury Schnurrbart wachsen lassen – das sah vielleicht ulkig aus. Als das Bier alle und die Zeit fortgeschritten war, verdrückte sich die ganze Meute allmählich auf das wie eine Legebatterie anmutende Schlafdeck. Irgendwie saß ich noch draußen, keine Aufpasser, eine warme Luftbrise und ein überwältigender Sternenhimmel. Was macht man da? Richtig, die AirBerlin-Schmusedecke holen und draußen pennen. Falls Ihr irgendwann mal in so eine Situation kommt – macht es! So eine tolle Nacht ist es allemal wert. Pünktlich zum Sonnenaufgang wurde ich wach und praktischerweise war Koh Tao auch schon in Sichtweite. Gerade noch genug Zeit um die Fotoausrüstung fertigzumachen. Allerdings sollte ich mir nächstes Mal irgendein Seil um die Beine binden um bei der Suche nach dem besten Standpunkt für ein Foto nicht wieder fast vom Boot zu fallen.

 

 

AS:

Nach einigem Hin und Her und dem üblichen Diskutieren mit Taxifahrern setzen wir uns auf einen alten Pick Up und düsen los, Richtung Süden. Natürlich ist die Unterkunft, die ich mir vorher im Guidebook ausgeguckt habe, maßlos überteuert. Was solls, dann schnallen wir die Rucksäcke eben wieder auf und suchen uns per pedes  eine billigere Unterkunft. Wir bringen es fertig einen hübschen Bungalow (mit Hängematte!!) für 300 Baht ausfindig zu machen. Das sind ungefähr 7,50€ pro Nacht. Unsere Behausung befindet sich auf einer kleinen Anhöhe, direkt neben einer Rasta- Bar. Der Schankwirt selbiger Bar wohnt in der Hütte direkt neben unserer und unter dem Dach haust eine Vogelfamilie mit schreifreudigem Nachwuchs. Jetzt heißt es erst einmal Schlaf nachholen und dann runter zum Strand. Der liegt an einer Bucht und ist leider sehr verbaut. Trotzdem steuern wir beide zielsicher ins Wasser nur um erschrocken festzustellen, das das Wasser Badewannentemperatur aufweist. Ich übertreibe kein Stück. Die Luft war ja schon gut heiß, ich schätze so um die 35° aber das Wasser war noch wärmer! Also lümmeln wir am Strand rum und beobachten unzählige Schmetterlinge in der Baumkrone über unseren Köpfen, wenn das Schwimmen schon ausfällt. An der rechten Seite der Bucht ragen Felsen aus dem Wasser. Das an sich dort auch dunkler, somit tiefer und dadurch kälter aussieht, also hin da. Begleitet werden wir von unserem neuen, selbst erkorenen Beschützer, einem schokobraunem Labrador. Der Hund hat einen ziemlichen Knacks weg und weicht vor allem Markus nicht von der Seite. Als wir die Felsen erklimmen, entdeckt das Viech seine bergziegenmäßigen Ambitionen und kraxelt freudig mit. Markus muss trotzdem hin und wieder dem Retter spielen und den Wuffi aus Felspalten befreien. Irgendwann wagt er (also Markus) sich auch nochmal in das tiefere, kristallklare Wasser und wird selbstverständlich wieder von Lumpi verfolgt. Der Vierbeiner schwimmt allen Ernstes knappe 30Meter weit nur um sich dann mit seinen Pfoten in einer Boje zu verfangen und abermals von Markus gerettet zu werden.

 

Selbstverständlich schaffe ich es auch an diesem Tag mir irgendwie weh zu tun. Als ich mich zu tollpatschig anstelle um über einen Baumstamm zu klettern, stolper ich über das blöde Teil und reiß mir dabei schön den Fuß auf. Am gleichen Abend mache in Bekanntschaft mit Jod und stelle fest dass ich es nicht mag!

Wie jeder fleißige Thai oder Thailandbesucher sollte man sich eigentlich niemals zu Fuß bewegen. Nicht mal auf einer 21km² großen Insel! Nein, der Thai von heute fährt Roller! Und das auch für die unsinnigsten Strecken. Demnach kann man da auch überall Roller ausleihen und das ist weder teuer, noch will irgendwer einen Führerschein sehen. Den habe ich nämlich nicht dabei! Ausgezeichnet, also leihen wir uns so ein flottes Teil mal aus und versuchen beide damit klar zu kommen. Nach einigen Startschwierigkeiten steht fest, dass ich das Fahren übernehmen werde. Ab geht’s kreuz und quer über die Insel, über befestigte Straßen, über Sandpisten und enorme Steigungen hoch. Die schaffe ich auf Anhieb leider nicht alle und so muss Markus hin und wieder absteigen und zu Fuß die Hügel erklimmen. Als mir auffällt das der Tank fast leer ist, tun wir das was jeder Rollerfahrer in Thailand tut. Wir fahren an eine Straßenecke und kaufen und eine Schnapsflasche voll Benzin. Ungelogen, an jeder Straßenecke Thailands stehen Molotowcocktails rum, die nur darauf warten angezündet zu werden. Und die stehen auch noch in der prallen Sonne.

ML:

Ja das Motorrollerfahren war lustig. Wir konnten es beide nicht, aber ich noch ein wenig schlechter als Anja. Also war die Fahrerfrage geklärt. Hier fährt eh jeder wie er will – ich möchte nicht wissen wie jung einige der Mopedfahrer waren, die hier über die Straßen knattern, Alkohol scheint auch nicht das Problem zu sein. Noch was zu unserer Hütte: die Behausungen, wie auch die Wege dorthin sind aus Beton und Bierflaschen gebaut – ja richtig, wo in Deutschland irgendwelche Steine in den Beton gepanscht werden, nimmt man hier Bierflaschen. Das Bauen muss nen Heidenspaß gemacht haben. Ansonsten ist Koh Tao eine sehr gechillte kleine Insel, auf der man mal ein paar Tage richtig ausschalten kann.

AS:

Am Mittwoch nehme ich allen Mut zusammen als wir wiedermal ein Boot besteigen. Die Fahrt dauert Gott-sei-dank nicht lange und bringt uns zu einer kleinen vorgelagerten Insel an deren Ufern man wunderbar schnorcheln kann. Wie sollte es anders sein, ich schaffe es meine Füße an diversen Steinen und Korallen weiter zu malträtieren. Nichts desto trotz, schnorcheln wir wie die Fische selbst durch zwei Buchten und sehen ganz viele Seegurken, Fische und Korallen. Des weiteren finde ich es erwähnenswert das das die erste Insel war für die ich Eintritt zahlen musste, so eine Frechheit!

Am folgenden Tag steht uns eine Mammuttour bevor (Achtung, jetzt wird’s etwas trocken). Zuerst geht’s mittags mit dem Taxi zum Pier, dann mit einem Boot drei Stunden lang zurück ans Festland. Diesmal nicht zurück nach Surat Thani, von wo aus wir nach Koh Tao gestartet sind, sondern nach Chumpon, etwas weiter im Norden. Auf dem Weg dahin lernen wir eine ganz nette Holländerin aus Deventer kennen, die uns mit allerlei Tipps für Kambodscha versorgt und mir ihre Simkarte überlässt. In Chumpon verbringen wir weitere ereignislose drei Stunden damit auf unseren Bus zu warten, der tatsächlich abends um 21:30Uhr nach Bangkok aufbricht. Bangkok.. da wären wir wieder. Morgens um kurz vor fünf(!!) werden wir von energisch „Taxi Taxi“ keifenden TukTuk- Fahrern geweckt. Wir sind wieder in Bangkok! Nix wie weg hier! Nach einer völlig überteuerten Taxifahrt landen wir am Bahnhof und lösen ein Ticket zur kambodschanischen Grenze. Die Fahrt dorthin dauert weitere sechs Stunden. (Wer mit gezählt hat, weiß, dass wir zu diesem Zeitpunkt schon knapp 24h unterwegs sind.)

ML:

Die Fahrt war in der Tat lang und anstrengend. Es wurde auch immer beschwerlicher. Die Fähre am Anfang war noch ein Traum (außer für Anja natürlich). Der Bus war schon schlimmer, aber die Zugfahrt war echt  kein Zuckerschlecken. Wir hatten uns vorgenommen mal wie die Einheimischen zu reisen. Also den Zug von Bangkok an die Kambodschanische Grenze genommen und zwar dritter Klasse.

Das Foto gibt den wirklichen „Komfort“ nicht richtig wieder. Die Sitze waren steinhart und unbequem und als Klimaanlage fungierten die auch bei voller Fahrt geöffneten Fenster. Dafür kostete ein Ticket für die über 400km lange Strecke auch nur umgerechnet 1,20 Euro - das soll die Deutsche Bahn erst mal nachmachen! Während der Fahrt wurden auch andauernd Getränke und irgendwelches undefinierbares Zeugs zum essen angeboten (gegen Geld natürlich).

Ansonsten gibt es zu bemerken, dass hier wirklich ständig versucht wird Touristen abzuzocken. Das ging schon in Bangkok los, als die schlaftrunkenden Passagiere des Busses (um 4:45 morgens) von ultrapenetranten Taxifahrern empfangen wurden. Ich könnte mir vorstellen, dass da eine gewisse Absprache zwischen dem (privaten) Busunternehmen und den wartenden Taxifahren herrscht. Unser Versuch dem Ganzen zu entkommen und einen realistischen Transportpreis zu bekommen schlug leider fehl. Stattdessen fuhr uns ein Taxifahrer, der nicht mal den Weg zum Hauptbahnhof Bangkoks kannte, durch die Gegend. Der gute Mann hielt alle paar hundert Meter an, um andere Taxifahrer nach dem Weg zu fragen – ohne Worte. Und das für den mindestens vierfachen normalen Preis. Vor der kambodschanischen Grenze ging es dann flugs weiter mit der Märchenstunde. Am Bahnhof fanden wir ein relativ günstiges TukTuk (besser es fand uns), was uns und zwei andere Deutsche die 6 km zum Grenzposten fahren wollte. Dieses wohlgemerkt mit 4 Personen und vollem Gepäck – mir ist bis heute unklar wie das alles da reingepasst hat. Es ging auch gut los und wir landeten… – nicht an der Grenze. Die Fahrerin  bog vorher ab und brachte uns zu einem Menschen der uns erzählte, wir müssten bei ihm die Visaanträge ausfüllen, sonst bekämen wir keins. Zum Glück waren die anderen Mitfahrer schon erfahren und der Verkäufer ließ von uns ab. Die gleiche Story wurde uns dann noch einmal kurz vor der Grenze aufgetischt – man kanns ja mal versuchen.

 

 

20.7.10 14:04

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