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ML:

Soo, endlich Zeit für einen neuen Eintrag. Es sind schon wieder fast zwei Wochen vergangen, seit wir Thailand verlassen haben und es ist viel passiert. Dass der Blogeintrag so lange gedauert hat, laste ich hauptsächlich zwei Umständen an:

1.      Wir haben die letzten 2-3 Hotels kein WiFi gehabt.

2.      Ähhm, naja… – in Kambodscha ist in den meisten Restaurants das Bier viel billiger als Wasser oder Cola – und wir müssen sparen

Wir haben also am 16.7. die Grenze passiert. Die Einreiseprozedur war recht nervig. Man musste etliche Stationen anlaufen – ein Stempel hier, ein Fragebogen dort und natürlich noch 25 Dollar Visagebühren. In Poipet, auf der Kambodschanischen Seite, wurden wir dann direkt von einem kleinen Einheimischen abgefangen, der uns in einen „Free-Transport“ Bus hineingeleitete. Irgendwie war mir die ganze Sache nicht geheuer – eins lernt man hier: es gibt nichts umsonst. Ein anderer Backpacker warnte uns auch noch vor dem Angebot. Wir haben uns trotzdem darauf eingelassen.

Wir landeten nach einiger Zeit in einem gottverlassenen Transportterminal mitten im kambodschanischen Nirgendwo. Die Auswahl an Transportmöglichkeiten zur nächsten brauchbaren Stadt (Siem Reap) war sehr begrenzt. Als „günstigste“ Möglichkeit wurde uns vom Personal ein Taxi empfohlen. Es sollte 48 Dollar kosten. Das klang zunächst sehr nach einem neuen Rip-Off, aber was blieb uns anderes übrig? Wir waren über 24 Stunden unterwegs und entsprechend fertig. Zu unserem Glück hatten wir (oder eher Anja) im Zug von Bangkok zwei Deutsche kennengelernt, die sich das Taxi mit uns teilten. Außerdem haben sie auch noch für uns bezahlt, da wir keine Dollars im Gepäck hatten. Kleiner Tipp: ohne Geld irgendwo in Kambodscha rumhängen ist keine gute Idee.

AS:

 Hier unterbreche ich den Redefluss mal eben. Sollte einer der beiden, Stephan und Matthias hießen die Guten, irgendwann mal auf Umwegen auf diese Seite kommen: VIELEN DANK euch beiden nochmal. Am selben Abend haben wir uns nochmal mit ihnen getroffen und ein paar Bierchen geschlürft. Aufgrund der ewig langen Odyssee des Vortags, fielen wir aber recht bald völlig erschöpft ins Bett.

ML:

Letztendlich haben wir für 2,5 Stunden Taxifahrt umgerechnet 10 Euro bezahlt und können uns wohl nicht beschweren. Wir landeten schließlich außerhalb von Siem Reap und wurden von einem TukTuk in das Stadtzentrum gefahren (sogar fast ohne unnötige Umwege). Schnell noch ein Hostel gesucht, und ab unter die Dusche. Das Zimmer kostete 10 Dollar pro Nacht und war relativ komfortabel. Die Aussicht war allerdings nur mittelprächtig und es regnete im Bad durch die Decke – aber irgendwas ist ja immer.

 

Meine ersten Eindrücke von Kambodscha:

1.      Das Land ist bettelarm. Ich hielt bis jetzt Thailand für runtergekommen, aber Kambodscha ist wirklich viel schlimmer.

2.      Der Dollar regiert in diesem Land. Die Landeswährung (Riel) scheint eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. Für Dollars kann man hier alles bekommen. Die würden bestimmt auch ihre Kinder verkaufen (Schaut mal nach, wie Angelina Jolie an ihr Adoptivkind gekommen ist)

3.      Wir haben uns in Thailand schon über nervige TukTuk Fahrer und sonstige aufdringliche Verkäufer geärgert. Inzwischen wünsche ich mir die thailändischen Verhältnisse zurück. Der Gang durch ein Touristengebiet gleicht einem Spießroutenlauf – man kommt keine zehn Meter weit, ohne mehrfach angesprochen zu werden. Alle wollen dir helfen, wissen was man so für den Tag plant und wo man hin will. Klingt erst mal nicht so schlimm – ist es aber. Besonders vor dem Frühstück kann das nerven. Einziger Ausweg ist völliges Ignorieren der Leute. Früher habe ich mich über die ignoranten Touristen aufgeregt, die scheinbar denken sie wären was Besseres. Hier lernt man, dass es nicht anders geht. Die Krönung sind die Bettler hier. In Thailand haben sie einfach nur herumgesessen und nichts gemacht – da hat man auch gerne mal etwas Kleingeld springen lassen. Hier ist es anders: vor dem Supermarkt hat sich eine Frau postiert, die einen verfolgt sobald man als Westler in Reichweite kommt. Dazu wird man von ihr mit einer Milchflasche angestubst - wohl ein „dezenter“ Hinweis ans Gewissen. Manchmal bauen sich auch irgendwelche kleinen Knirpse vor einem auf und verlangen nach einem Dollar. Insgesamt wirklich gewöhnungsbedürftig das Alles.

AS: Meine ersten Eindrücke von Kambodscha:

1.      Bier ist billiger als Cola!! Da geht einem doch das Herz auf. Den Weintrinkern unter den Lesern sei gesagt: das hier ist kein Land für euch. Der Wein ist vergleichsweise superteuer, weswegen ich euch auch nichts über die Qualität sagen kann, ich hab ihn schlichtweg noch nicht probiert.

2.      Es ist unvorstellbar was man alles auf einem „Moto“ (Motorroller, DAS Verkehrsmittel schlechthin in scheinbar ganz Südostasien) transportieren kann. Von Thailand war ich ja schon einiges gewöhnt aber hier treiben sie es wirklich auf die Spitze: Kisten mit Ferkeln (lebendig), geschätze3 Dutzend Hühner (nicht mehr lebendig) am Lenker befestigt, bequem bis zu 4 Erwachsene oder 2 Erwachsene + 3-4 Kinder oder Hunde, 2 Erwachsene + ein Fahrrad quer zwischen ihnen, eine beliebige hohe Anzahl an Reissäcken,  8 Meter lange Metallstangen usw.

3.      Es wird überall gearbeitet. Damit meine ich nicht das die Leute hier übermäßig fleißig sind, Himmel nein, ich meine das die Leute ihrer Arbeit mitten auf der Straße oder dem Bürgersteig nachgehen. Es wird gekocht, gehandelt, am Moto geschraubt, geflext, geschweißt und was weiß ich. Vor allem das Schweißen hat es mir angetan, von Schutzkleidung hält man hier eine ganze Menge. Vor allem die Augen sollte man ja bei sowas irgendwie schützen und dazu eignet sich alles Mögliche, von der hübschen Sonnenbrille von Dolge&Gabana bis zum getönten Motoradhelmvisier.

 

ML:

Siem Reap ist ein kleiner, aber unterhaltsamer Ort. Eigentlich ist Siem Reap nur Anlaufstelle für Touristen, die sich Angkor Wat anschauen wollen, aber man auch durchaus einige kurzweilige Tage im Ort verbringen. Eine der ersten Attraktionen war eine kambodschanische Ein-Mann-Show. Der Typ zog seine Runden durch das Stadtzentrum und blieb alle paar hundert Meter stehen, um seine Künste vorzuführen. Aus dem ranzigen Blechlautsprecher kam eine Musik, die sich anhörte wie holländischer Gabber auf einem leiernden Kassettenrecorder. Ich denke das war es auch. Außerdem konnte er eigentlich nicht wirklich viel und beim jonglieren fiel ihm ständig was runter. Ich fands toll.

AS:

Außerdem wird hier eine typisch südostasiatische Massage angepriesen. Das Ganze hatten wir schon in Thailand gesehen aber hier wurde einem das regelrecht aufgezwungen. Die „Massage“ besteht daraus seine Füße in ein Bassin zu hängen und sich von kleinen Fischen die Hornhaut abknabbern zu lassen. Appetitlich ist die Angelegenheit nicht aber es sieht lustig aus.

ML:

Ansonsten gibt es hier viele Bars und billiges Bier für 50 Cent das Glas. Wir sind einen Abend in das „Angkor What?“ eingekehrt – die lokale Kult-Bar. Dort lernten wir einen Iren und einen Typen aus Manchester kennen. Der Ire war dermaßen besoffen, dass ich auch beim dritten Mal nicht verstanden habe, wo er herkam. Es hörte sich an wie „Eeirrraaand“. Ich liebe es, wenn sich Klischees selbst bestätigen. Der Manchasteraner wollte mir grade die Vorzüge des kambodschanischen Exils erklären, als ihm ein (Anmerkung von Anja: offensichtlich britisches) Mädchen auf die Füße kotzte. Seine trockene Reaktion: „I left Manchester to get away from that - and now I have to wash my feet“

Wir waren natürlich auch in Angkor Wat (nicht die Bar diesmal). Es ging gegen 5 Uhr morgens los, da wir den Sonnenaufgang sehen wollten. Und das per Fahrrad. Was soll ich sagen – es hat sich gelohnt, obwohl der Ort total mit Touristen überlaufen war. Das Areal ist riesig und an einem Tag lassen sich nur ein paar der bekanntesten Tempel abklappern. Ich stand mehrmals kurz vor einem Hitzeschlag – wohl auch, weil ich viel zu wenig getrunken habe. Die wollen ernsthaft einen Dollar für eine Dose Cola haben. Hört sich erst mal nicht viel an, aber bei dem Klima reicht das nur so für etwa 15 Minuten.

AS:

Also zu Angkor muss ich mich ja auch nochmal zu Wort melden. Immerhin war dieser Ort für mich ausschlaggebend überhaupt nach Kambodscha zu fahren und, wie viele von euch wissen, bin ich wegen Kambodscha überhaupt erst nach Südostasien gefahren. Wer 1 und 1 zusammenzählen kann, weiß wie wichtig mir das war da hin zu fahren. Da waren wir also, halb 5 Uhr morgens quälen wir uns aus dem Bett und stolpern zu den, am Vortag ausgeliehenen, Fahrrädern. Um aus dem Hotel zu kommen, müssen wir aber erst den Rezeptionisten wecken der sein Bett vor der Tür aufgebaut hat, damit auch ja keiner einbricht. Der arme Kerl tut mir wirklich leid, morgens um 5 von zwei Schlaftrunkenen aus den Träumen gerissen zu werden, genau wie der Chef des Hotels, der auf der anderen Seite der Tür schläft. Also rauf auf die Drahtesel und los. Natürlich gibt es in Siem Reap keinerlei Straßenbeleuchtung und die Räder haben weder Dynamo noch Lampe. Markus hat Gaffa und zwei Taschenlampen dabei und das Problem ist in Null Komm Nix gelöst. Ab durch die schlafende Stadt und geradewegs zu den Tempeln. Der Eintritt kostet uns für den ganzen Tag sage und schreibe 20$ und ein Foto wird auch noch gemacht und auf das Ticket gedruckt. An den Tempeln selbst erwarten uns Busladungen voller Japaner, Chinesen, Reisende aus aller Herren Länder und ein Sonnenaufgang der die morgendlichen Strapazen nichtig erscheinen lässt. Ich postiere mich auf einem Mauervorsprung, Markus sich hinter einem See zum Fotos machen. Es ist herrlich. Die Sonne geht leider viel zu schnell auf, es wird langsam warm, dann heiß. Ich stell fest, ich hab meinen Hut im Hotel vergessen und muss jetzt ständig mein Gesicht mit Sonnencreme versorgen. Nachdem wir uns den Angkor Wat genauer angesehen haben und gefrühstückt haben, geht es weiter zum nächsten Tempel. Überall sind Gesichter in den weichen Sandstein gemetzt, die in die vier Himmelsrichtungen weisen. Wenn die ganzen Touristen nicht wären, wärs fast ein wenig unheimlich. Bayon heißt der Ort und ist in der Mitte des alten Stadtzentrums. Angkor war mal eine riesige Stadt, die Hauptstadt des Kmerreichs um genau zu sein. Mit einer Population von über 1Mio Menschen. Und das zu Zeiten als London gerade mal 50.000 Einwohner hatte (laut meinem Reiseführer). Die Häuser bestanden eigentlich nur aus Holz und sind vor etlichen Jahrhunderten verfallen aber die Tempel sind noch da.

Nach diesem Tempel hatten wir es uns in den Kopf gesetzt zu einem künstlich angelegten See etwas außerhalb der Anlage zu fahren. Der wurde beim Bau der Stadt angelegt und sorgte früher für Trinkwasser. So schwingen wir uns auf unsere treuen Fahrräder und bald kreuz und quer durch die Gegend, immer in die ungefähre Richtung des Sees.

Zuerst landen wir aber erst mal mitten im Wald. Also wirklich mitten im Wald. Der Weg wird schlechter und ist irgendwann mit den Rädern nicht mehr zu meistern, wir müssen sie über Stock und Stein tragen. Als es gar nicht mehr weiter geht, kehren wir um. Wir finden tatsächlich die Straße die uns zu See führen soll, nach einer knappen Stunde stellen wir allerdings fest, dass es einfach mal zu heiß und zu weit ist da jetzt hin zu fahren. Schweren Herzens kehren wir abermals um.

ML:

Kleiner Einmischer von mir: Das Besondere an den Seen (es gibt mehrere davon) ist ihre schiere Größe. Die beiden Größten sind 2,5x8 Kilometer groß. Macht 20 Quadratkilometer pro See. Ihre genaue Funktion ist unter Wissenschaftlern noch umstritten. Entweder die Khmer haben sie angelegt um das Land zu bewässern, oder einfach weil sie es  konnten. Wie auch immer - der West Baray genannte See ist immer noch zur Hälfte gefüllt, leider haben wir ihn nicht gefunden. Wie man etwas so großes nicht finden kann, weiß ich auch nicht – wir haben es jedenfalls geschafft.

AS:

Jetzt steht noch ein Tempel auf dem Programm, Wat Phrom. Ein Tempel, der langsam vom Urwald verschlungen und von Bäumen zerquetscht wird. Fragwürdige Berühmtheit hat er dadurch erlangt, dass hier Tomb Raider mit Angelina Jolie gedreht wurde. Wer jetzt also wissen will, wie es da aussieht, kann sich entweder den Film angucken oder gleich hier die Fotos. Nachdem wir uns auch an diesem Tempel satt gesehen haben, treten wir den Heimweg an und verfahren uns natürlich mal wieder. Halb so wild, das kennen wir ja nun schon. Nach einer recht unterhaltsamen Heimfahrt durch die Rush-Hour Siem Reaps kommen wir total erschlagen im Hotel an. Knapp 10 Minuten später fängt es an wie aus Kübeln zu regnen. Nochmal Glück gehabt. Ich fand den Tag echt zauberhaft und kann jetzt ruhigen Gewissens einen weiteren Punkt auf meiner Dinge-die-ich-sehen/tun-will-bevor-es-zu-spät-ist-Liste abhaken. Was zur Hölle mach ich nur, wenn mir die Punkte auf der Liste ausgehen??? Konstruktive Vorschläge bitte per Mail an mich.

ML:

Wir haben auch noch eine Fahrradtour durch Siem Reap gemacht. Fahrradfahren in Kambodscha macht Spaß. Wenn man die Verkehrsregel (der Singular ist bewusst gewählt) verstanden hat, kann es auch schon losgehen. Die Regel ist: es gibt keine Regel – Augen zu und durch! Ich habe ein kleines Video dazu gemacht – vielleicht bekomm ich es irgendwann in Youtube hochgeladen.

 Wenn man etwas aus dem touristisch erschlossenen Gegenden rauskommt (haben wir leider bis jetzt viel zu selten gemacht), offenbart sich das wirkliche Kambodscha. Die Leute sind sehr freundlich und scheinen trotz der eher ärmlichen Verhältnisse glücklich zu sein. Westlern gegenüber sind sie recht offen und regelrecht neugierig. Tourismus gibt es hier noch gar nicht so lange, bis 1989 war das Land durch Vietnam besetzt und bis zum Ende der neunziger Jahre gab es starke interne Probleme.

Wir haben hier sogar gearbeitet. Peter Olszewski von der „Phnom Penh Post“ hatte sich netterweise zu einem Interview bereit erklärt. Kleine Anekdote – der Mann war mal Tourmanager von  Hunter S. Thompson. Das Interview war gut und sehr informativ. Leider gab es ein paar technische Probleme bei der Audioaufnahme und wir haben nur die wesentlichen Punkte des Interviews – für uns aber völlig ausreichend. Er gab uns auch gleich noch einen Kontakt in Phnom Penh, der sich als nützlich herausstellen sollte.

Am  21.7. haben wir den Bus nach Phnom Penh genommen. Die Fahrt wäre echt entspannt gewesen, wenn der Busfahrer  nicht ständig wie ein verrückter gehupt hätte. Das ist hier völlig normal, und leitet einen Überholvorgang ein - aber sechs Stunden lang das olle Gehupe machen einen wahnsinnig.

Mein erster Eindruck von Phnom Penh: Was für eine Müllkippe. Die Stadt ist unglaublich dreckig. Als wir ankamen, regnete es. Wir flüchteten vor den TukTuk-Fahrern und suchten unser Hotel. Die Straßen waren teilweise überschwemmt und von einer dreckigen, undurchsichtigen Brühe bedeckt. Ich hatte eine kleine Blessur am Zeh und musste durch die Suppe waten. Das erste Mal, dass ich froh war, gegen alles Mögliche geimpft worden zu sein.

AS:

Da muss ich Markus Recht geben, boah, war das eklig! Wir waten da durch diese knöcheltiefe Suppe und obwohl die echt nur knöcheltief ist, kann ich meine Füße nicht sehen! Mein Gott, ich hab mich nachher dermaßen vor meinen eigenen Füßen geekelt. Spätestens als ein kleiner Junge, vom komplett vollgestellten Bürgersteig aus, genau in die Pfütze pisst, durch die wir grade waten.

ML:

Der Verkehr in Phnom Penh ist Wahnsinn. Eigentlich herrscht dauernd Stau oder die Vorstufe davon. Zu Fuß gehen ist hier nicht ratsam. Die Bürgersteige sind zwar theoretisch ausreichend groß, werden aber genutzt um entweder das Repertoire seines Geschäftes darzubieten oder wahlweise sein Auto zu parken – und zwar quer! Das heißt, man läuft eh 75% der Zeit auf der Straße. Es ist unglaublich, was die Leute hier alles auf Mopeds oder TukTuks transportieren. Einige Konstellationen spotten jeder Physik. Leider bin ich fototechnisch zu langsam gewesen, um die abenteuerlichsten Helden der Straße zu erwischen. Die Helmpflicht für motorisierte Zweiradfahrer wird hier recht locker ausgelegt. Per Gesetz ist sowieso nur der Fahrer zum Tragen eines Helms verpflichtet – sehr sinnvoll ist das nicht, wenn noch 3 Kinder und zwei Hunde auf dem Moped sitzen.

...So ist es richtig...

 

...So nicht...

 

...und so auch nicht...


Es gibt in Phnom Penh fast täglich Stromausfälle. Ich habe gelesen, dass das städtische Stromnetz nicht für den aktuellen Verbrauch konzipiert ist. Ich vermute aber es hat mit folgenden Verdächtigen zu tun:

 

Die Märkte hier sind wirklich toll und es macht Spaß, der Reizüberflutung einfach mal freien Lauf zu lassen.  Es gibt auch kulinarische Spezialitäten der besonderen Art.

An die gerösteten Taranteln habe ich mich noch nicht rangetraut, aber eine Heuschrecke habe ich gekostet: schmeckt nicht berühmt, ich glaube die war etwas zu lange frittiert – aber der Hunger treibts rein…

AS:

Es gibt schon so ein par kleine Highlights in PP: Beispielsweise Sambo den Elefanten, der an einem recht hübschen Tempel arbeitet und da Touristen durch die Gegend trägt. Nach seiner Schicht schleicht er sich zum Fluss runter und stromert (wie eine Miezekatze) von Restaurant zu Restaurant und schnorrt sich ein paar Bananen. Kein Scheiß, das steht so in meinem Reiseführer und ich habs auch genau so live miterlebt. Ich durfte sogar miterleben, wie der Dickhäuter mit einem Gartenschlauch abgeduscht wurde und das scheinbar echt toll fand. Keine 50 Meter weiter hingen in einem Baum hunderte Flughunde und haben ein Spektakel veranstaltet das die Heide wackelt. Mitten in der Stadt gibt es einen recht großen See, den Boeng Kak und dieser See ist bebaut. Also Häuser, die weit über das Ufer hinausreichen und quasi auf dem See stehen. Wie im Pfahldorf am Bodensee. Zwischen den einzelnen Häusern sind ein paar wenig vertrauenserweckende Planken angebracht, die als Weg dienen. Und wenn man da durchguckt, was wirklich kein Problem ist, sieht man unter sich das Wasser schwappen. Natürlich vermischt mit einer gehörigen Menge Müll. Wir sind ja immer noch in Phnom Penh, das wird einem hin und wieder mal vor Augen geführt.

Einen Tag sind wir auch im Nationalmuseum unterwegs gewesen. Das war recht interessant, wenn auch unspektakulär. Tags darauf hab ich mich aufgemacht, um mir die Killing Fields anzuschauen. Der Ort an dem unter Pol Pot unzählige Kambodschaner hingerichtet wurden. Die 45- minütige Fahrt dahin war recht unterhaltsam. Ich war mit einem Moto unterwegs und irgendwann hörten die geteerten Straßen der Stadt auf. Vor uns fuhr ein Lastwagen der eine riesige Ladung Dreck transportierte. Wirklich Dreck, also lose Erde, ohne Plane drüber oder irgendwas. Natürlich landeten geschätzte 10 Kilo davon in meinem Gesicht. Lecker! Die Killing Fields an sich waren echt bewegend, das Ganze hatte das Flair eines KZs. Das mein ich jetzt nicht spöttisch oder so, ich fand mich da wirklich in mitten von teilweise ausgehobenen Massengräbern wieder. An jedem zweiten Baum waren Schilder angebracht mit der Beschreibung, wozu dieser spezielle Baum früher genutzt wurde. An manchen waren Lautsprecher angebracht, aus denen früher laute Musik plärrte um die Schreie der Sterbenden zu übertönen. Erschossen wurde dort kaum Jemand, die Kugeln waren zu teuer. Die meisten Opfer wurden erschlagen, kleine Kinder wurden so lange brutal gegen einen speziellen Baum geschlagen bis sie starben. Krank! Einfach krank, dieser Gedanke kam mir da des Öfteren. Der Boden, selbst die Wege, ließen einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Weil viele Massengräber noch nicht ausgehoben wurden, schwemmen nach starken Regenfällen immer wieder Kleidungsstücke und Knochen an die Oberfläche und die bleiben dann da liegen. In der Mitte des Areals wurde eine Pagode errichtet in der die Schädel von 8000 Opfern aufbewahrt werden.

Was ich auf einem ganz anderen Level recht schockierend fand, ist die Tatsache, das Kambodscha die Gedenkstätte vor ein paar Jahren an eine japanische Firma verkauft hat. Die pflegen die Anlage, veranlassen aber keine weiteren Ausgrabungen und stecken sich die Eintrittsgelder in die Tasche.


ML:

Wir haben uns irgendwie mit den Wochentagen verzettelt und einen Feiertag gabs auch noch. Das führte dazu, dass wir viel länger in der Stadt bleiben mussten, als eigentlich geplant. Letztendlich hat es sich aber gelohnt, wir haben sage und schreibe drei Interviews geführt. Die Interviewpartner waren alle für sich einzigartige und interessante Menschen.

Am 28.7. gabs noch ein Frühstücksinterview Mit Norbert Klein, dem Herausgeber des „Mirror“ - einer Internetzeitung. Das Ganze fand im „FCC“ statt, dem Foreign Correspondents' Club. Die Location ist geschichtsträchtig und der Ausblick auf die Flussgabelung vom Mekong mit dem Tonle Sap River ist auch nicht schlecht. Norbert Klein hat eine wahnsinnig interessante Lebensgeschichte, die wahrscheinlich Stoff für mehrere Bücher liefern würde. Unter anderem hat er geholfen den Khmer Sprachcode zu vereinheitlichen, was Grundvoraussetzung war, um Kambodscha in das Internetzeitalter zu befördern. Nach eigenen Angaben hat er dem Kambodschanischen Informationsminister das Internet „beigebracht“ und ihm seine erste Emailadresse eingerichtet. Seine Arbeit  am „Mirror“ umfasst unter anderem dass Übersetzten von Nachrichten und wichtigen Texten in die Landessprache. Ein in meinen Augen wichtiger, aber auch nicht ganz ungefährlicher Dienst, den er Kambodscha erweist. Weitere Infos dazu gibt es nach Auswertung unserer Interviews ab Oktober. Leider war viel zu wenig Zeit für das Gespräch, da wir unseren Bus nach Sihanoukville bekommen mussten. Endlich raus aus dieser Stadt!

AS:

Sihanoukville, genau da sind wir jetzt auch. Mal wieder eine Stadt mit Stränden und Zugang zum Meer. Unseren ersten Abend haben wir auch am Strand verbracht und Cocktails geschlürft. Irgendwann sahen wir uns umringt von kleinen Kindern, die uns alles Mögliche verkaufen wollten, hauptsächlich Armbänder. Ich hatte an diesem Abend was Rückenfreies an und irgendwann stellten die kleinen Racker fest, das ich da was aufm Rücken hab. Also mussten sie gleich ihre Geographiekenntnisse unter Beweis stellen, was darin gipfelte das ich die Hände von fünf Kindern auf meinem Rücken hatte. Mal schauen was uns hier noch alles erwartet, bevor wir weiterziehen nach Vietnam.

ML:

Zum Schluss noch was zu den hiesigen Toiletten. Die sehen so aus:

Ich suche immer noch die drei Muscheln (ein Insider)...

 

 

30.7.10 16:03

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Rico aus Cape Town (22.8.10 16:37)
Hallo ihr beiden,
habt ja schon lange keinen Eintrag mehr hinterlassen, aber ein kleines Voegelchen namens Schlotti hat mir gefluestert, dass es Euch in Vietnam gut geht und ihr sogar alte Bekannte aus Magdeburg getroffen habt. Super sache und viele Gruesse an Naddel, falls ihr sie noch mal seht.
Liebe Anja, du scheinst ja endlich bekehrt und ich habe natuerlich umgehend Deine Bestellung umgesetzt: 2 kg Zebra, 500 g Erdmaennchen (das war das groesste, was ich bekommen konnte) und irgendwas aehnliches wie Saebelzahntigerschwertfisch, ganz frisch vom Kutter. Liegt in der Tiefkuehle, wenn du wieder nach MD kommst :-)
Fuer uns ist der Spass vorbei, hatten trotz durchwachsenem Wetter ein paar schoene Tage in Cape Town, waren mit Schlotti auf dem Tafelberg und im Magdeboogiestyle feiern (hier gibts sogar Pfeffi :-)))), und morgen gehts dann leider schon zurueck nach Dtl. Ist schon Wahnsinn, wie schnell 3 Monate vorbei sein koennen, von uns aus koennte es noch eine Weile weiter gehen. Aber nuetzt ja nuescht.

Habt noch viel Spass und macht keinen Bloedsinn, wir sehen uns dann in MD.
Viele Gruesse aus dem Sueden


Diana / Website (26.8.10 17:27)
Hallo Reisende,

ich bin lange nicht dazu gekommen, euere Zeilen zu lesen. Heute hab ich alles nachgeholt! Es regnet und ist grau, ich bin grad aus dem Urlaub zurück und wünsche mir schon den Nächsten herbei! Da war es der perfekte Tag in die Welt der Asiaten zu flüchten!

Ich habe so Sehnsucht nach Asien! Es sit doch Wahnsinn! Klar, haben die alle auch nur die Kohle der reichen Europäer im Sinn. So ist leider unser Ruf und es sind ja auch nur Menschen. Aber lächeln und wegdrehen und ignorieen hilft. Mir hat nur meinschlechtes Gewissen immer im Weg gestanden! Wenn man daran denkt, dass es kein Arbeitsamt oder ne Pflegeversicherung gibt und die Asiaten denken, dass man im vorherigen Leben eine große Sünde begangen hat, wenn man mit Krankheit, Verstümmelung oder Ähnlichem bestraft ist. Dann kann mna ganz schön in der Scheiße sitzen. Aber es soll nict euere Aufgabe sein, dies zu verhindern!

Ich bin ganz stolz auf euch, dass ihr so fleißig Interviews führt! Das hätte ich nicht gedacht!


Macht bloß weiter mit eueren Kommentaren! es ist toll das zu lesen!

Mein Urlaub hat mich zum Bodensee geführt. Da wo du einmal herum gefahren bist! Bregenz war unser Ziel. Nini arbeitet grade dort bei den Festspielen und wir haben uns die Oper Aida angesehen! Wahnsinn! Es war toll gemacht! bregenz zeigte sich von einer guten Seite und die Sonne hat für uns gelacht! Danach sind wir nach Südfrankreich gefahren, wo die Oma von Siggi eine Villa in Cannes hat! Das war ein Traum! Voll der Luxus! Wir lebten besser als Gott in Frankreich! Den ganzen tag nackig im pool rumhängen! Jetzt habe ich eine schöne Ganzkörpperbräune! hihi!
Nun heißt es wieder schaffe schaffe! Also genießt euere Tage! Wann kommt ihr wieder?

Markus, ich drück dich! Tschö!!!


Markus (30.8.10 13:38)
@Diana

Huhu, freut mich, dass du Zeit gefunden hast, an unserem Abenteuer teilzunehmen (virtuell zumindest). Wir kommen gegen Ende September zurück - und ich muss sagen leider. Ich hab nach zwei Monaten immer noch nicht die Nase voll - im Gegenteil, es wird irgendwie immer besser. Es ist einfach ein anderer Lebensstil hier unten, du wirst wissen was ich meine...

Ab Oktober geht der Studierstress wieder los. Allerdings war das Leben seit Ende Februar mehr als gut zu mir...

Der nächste Blogeintrag ist im Prinzip schon fertig, allerdings spinnt der Blog-Provider momentan und wir können nichts hochladen.

Wir haben gestern Vietnam verlassen und sind in Vientiane/Laos angekommen. Bis jetzt gefällt mir das Land sehr, Details gibts dann im Blog.


Zurückgedrückt,
lg aus Laos

Markus

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